Endlich unterwegs
Am 06. Juni 2017 war es dann soweit. Der Rucksack gepackt – ein paar Tage vorher noch ein paar Tipps auf einem Pilgerstammtisch eingeholt und dann …
tief Luft geholt und morgens um halb sechs die S-Bahn in Wolfskehlen angesteuert.
tief Luft geholt und morgens um halb sechs die S-Bahn in Wolfskehlen angesteuert.
Der IC brachte mich von Frankfurt nach Paris – falls ich es noch nicht erwähnte – ich fliege sehr ungern 😉 – der TGV von Paris nach Irun. Dort fand ich den ersten gelben Pfeil und Muschel auf einem Gehweg und war mächtig stolz, obwohl ich noch keinen Meter gelaufen war!
Die nächsten drei Tage waren schweißtreibend bei sengender Hitze immer auf und ab – im Schnitt schaffte ich so 15 km. Zu wenig, das war schnell klar.
Das dumme an meiner Planung zuerst einmal (ich ging auf Nummer sicher) in Pensionen zu übernachten, war, dass ich niemanden kennen lernte. Nach drei Tagen beschloss ich diese von Perfektionismus geprägte Reisevorbereitung nicht mehr zu beachten und lief einfach los. Noch am selben Tag landete ich in einer sehr großen und schönen Kult-Herberge und traf auf 42 Mitpilger aus verschiedenen Ländern, darunter einige deutsche junge Frauen und ein Ehepaar aus Berlin.
Ich war endlich Pilgerin – oder wie es auf spanisch heißt: Peregrina 🙂
Die Sache ist die, Du musst Dich einlassen auf Deine eigenen Bedürfnisse, den Tag einfach kommen lassen, Deinem Körper vertrauen, die Augen öffnen und den Kopf ausschalten.
Fazit: Ich bin über die Hälfte des Küstenweges gelaufen, habe in vielen Herbergen geschlafen, mit den unterschiedlichsten Menschen herrliche Abendessen gehabt, ein Hotelzimmer mit einer mir fast fremden Frau geteilt, Karen kennen gelernt, die mir heute noch wichtig ist, unglaublich nette und hilfsbereite Menschen getroffen aus 19 Ländern dieser Erde, Schicksale geteilt und das Leben einfach nur genossen.
P.S. den Reiseplan habe ich nach einem sehr steilen und anstrengenden Aufstieg auf einem Berg mit herrlicher Aussicht verbrannt und die Asche weg gepustet. Irgendwie war der Rucksack danach leichter, die Beine liefen wie von selbst und ich war endlich FREI!

Impressionen von Irun bis Ribadesella