Von Villaviciosa nach Gijon

Leider spielt das Wetter nicht mit. Seit gestern regnet es ununterbrochen. Also werden nach einer unruhigen Nacht – Reiner, mit „ei“, Schnarcher zum Erbarmen, Mensch und Backpack (Rucksack) wetterfest verpackt.

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Nach einem schnellen Frühstück ging’s los. Noch schnell die Pfeile für den richtigen Weg finden und das erste Highlight des Tages war die Trennung der Pilger vom Camino Primitivo und dem Camino Norte.

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Hier am Scheidepunkt trug ich mich ins Pilgerbuch ein und stempelte meinen Pass.

Apropos Pass. Habe ich schon erwähnt dass heute zwei extreme Steigungen über die Pässe und 30km vor uns lagen?

Wir brachen früh auf, fast jeder wollte heute bis Gijon kommen. Unterwegs überholte ich June, eine deutsche Abiturientin. Gemeinsam bezwangen wir die letzten km zum „Gipfel“. Tolle Aussicht versprach der Reiseführer, nicht für uns! Dafür gab es oben angekommen einen fürsorglichen Spanier, der mit Proviant auf eine spanische Reisegruppe wartete, und uns spontan dazu einlud 😄

Runter ging’s schnell und weil June auf Felix warten wollte der sich verlaufen hatte, reservierte ich Mithilfe eines jungen Spaniers mein Zimmer in Gijon und verließ June.

Das ist der Camino. Jeder hilft dem anderen, inzwischen ist es schon eine richtige Community. Man trifft sich immer wieder und ist auch irgendwie aufeinander angewiesen, dabei spielt es keine Rolle wer Du bist, wie alt oder woher Du kommst. Wir haben alle eines gemeinsam. Wir sind auf dem Camino und wollen unser ganz persönliches Ziel erreichen.

Nun, ich will nicht langweilen. Der Weg war heute steinig und hart. Das Ziel habe ich erreicht, nach 30,7 km. Ich bin, nachdem auch ich einen Pfeil verpasste und einen Umweg über die Hauptstraße nahm, in einer familiären Pension untergekommen, ok, ein sehr altes Gebäude, eine sehr alte aber liebenswürdige alte Dame und immerhin für ganze 12 Euro ein eigenes kleines altes Zimmer. Das Gemeinschaftsbad und die Wanne habe ich vorsichtshalber mit Flip-Flops betreten, schlafen werde ich lieber auch in meinem Schlafsack, sicher ist sicher 😉

Ich habe in einem Naturladen Proviant für morgen bekommen. deutsches Brot, Bananen, Käse und Schoko und ein frisch gepresster O-Saft für ganze 4,35. Denn hier gibt es morgen kein Frühstück, die nächste „Bar“ erst bei km 17 😠

Essen war ich wie gewohnt da, wo die meisten Einheimischen saßen, trotz strömenden Regens, draussen. Eine tolle Atmosphäre. Lecker wars und mit dem Wein kamen auch noch Tapas 🤗

Bin nun gerüstet, Proviant vorhanden, Wäsche gewaschen, und morgen soll es auch aufhören zu regnen. Versuche bis hinter Aviles zu laufen, denn es herrscht zur Zeit echt Unterkunftsnot!

Noch ein paar Eindrücke vom verregneten Nordspanien, hasta mañana…

Ein erstaunliche Anreise

Eigentlich bin ich ja noch auf der Anreise. Nach einem Tag in Flugzeugen – eine echte Herausforderung übrigens – Wartehallen und Bussen wurde ich mit einem traumhaften Abend in Santander belohnt. Was mir wieder einmal gezeigt hat, dass man mit ein wenig positiver Einstellung viel Spass haben kann.

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