…wenn sie sich heute überhaupt blicken lässt… Irene und die zwei Argentinier schlafen noch.
Gestern konnte ich nicht mehr schreiben – ich war nach dem Pilgeressen platt, aber dazu gleich mehr.
Von Anfang an…ich verließ Navia zusammen mit June und meinen neuen Schuhen und verabschiedete mich von meinen Wanderstiefeln – man muss im Leben Entscheidungen treffen…ein Päckchen zurück nach Deutschland kostet satte 25 Euro, drei paar Schuhe mitschleppen unmöglich.

Also weg damit, Aurelio, unser Hospitalero, will sich darum kümmern.
Im Laufe des Tages ließ sich sogar die Sonne blicken. Es lief heute gut. Ein Segen, ohne Schmerzen laufen zu können. Wir ließen die ersten 10 km schnell hinter uns.

Man muss dazu wissen, dass Hunde in Spanien meist als „Nutztiere“ gehalten werden. Entweder im Zwinger eingesperrt oder auf kleinstem Raum angekettet. Bilder hierüber erspare ich euch besser…
Die Wegekennzeichnung war heute, pardon gestern, ausgesprochen gut 😉

Heute gabelte sich der Weg wieder einmal in den historischen und die sogenannte Kasperroute an der Küste entlang.

Ich entschied mich sofort für den Küstenweg obwohl dieser bei schlechtem Wetter nicht zu empfehlen war. Aber gerade sah es gut aus…also los, June kam auch mit. Wir brauchten heute beide Gesellschaft, der Weg war lang…
Und wir hatten einen herrlichen Ausblick. Dank meines offenen Zehs musste ich mich leider nun ohne Sand und Meer unter den Füssen zu spüren, erstmal von diesem verabschieden. Pech, aber nicht zu ändern.


Tapia der Casariego


Ihr seht schon, das Wetter ändert sich hier schlagartig. Dunkle Wolken verhießen nichts Gutes. Und es war noch ein Gutes Stück zu laufen.

Nein, nein nicht heute 😂. Bis zur Herberge waren es für mich noch etwa 4 km, June wollte nach Ribadeo, etwa 3 mehr.
Dort kam ich gegen fünf, natürlich wieder nass, an. Irene empfang mich in einer sehr schönen und großen neuen Herberge. Leider hatten wir inzwischen so schlechtes Wetter dass wir uns Figueras nicht mehr anschauen konnten. Keiner wollte bei der Kälte, 15 Grad und Regen, nochmal nach draußen.


21 Euro für Bett und vier-Gänge-Pilgermenu, perfecto – ich war dabei. Allerdings gab es erst um 20:00 Essen – typisch spanisch. Also warten, um halb neun setzte ich mich einfach in den Speiseraum und siehe da, Mamma brachte mir meine Auswahl für den ersten Gang, Pasta:

Nein falsch, zuerst gab es eine heiße Linsensuppe! Dazu eine ganze Flasche Weißwein und einen Korb Brot. Den zweiten Gang, den HAUPTgang! habe ich abbestellt…Lo siento…bei aller Liebe zu Mamma. Es schmeckte fantastisch, aber es ging einfach nicht 😐 als nächstes hätte es Pommes mit Hackbraten oder Schweinebraten gegeben….Mamma zuliebe nahm ich noch einen Flan mit extra viel Sahne (die ich natürlich nicht bestellt hatte) und einen Kaffee. Dann war wirklich FINITO. Ich frug mich, wie ich die Treppe hochkommen sollte…Desayuno mañana? wurde ich gefragt..No, Nada. TODO El Dia. Morgen essen ich nichts. NADA.
Es war inzwischen 22:00, ich fiel nur noch ins Bett..
Inzwischen rührt sich was in den Betten meiner Companeros…auf in den nächsten Tag. Heute geht es durch Ribadeo ins Inland und langsam hoch hinauf in die Berge…
Das habe ich inzwischen hinter mich gebracht:

Buen Camino, hasta luego
