Kaum zu glauben aber heute morgen war es zumindest trocken. Ein Blick aus dem Fenster offenbarte noch einmal die Kontraste in dieser ländlichen Region.
Der heutige Tag galt einer Massenveranstaltung. Da sich hier in Arzúa der Camino Frances und der Camino del Norte trafen, schoben sich mit den bereits vorher erwähnten 100-km-Compostela-Jäger hunderte von Pilgern aus dem Ort. Die Infrastruktur hier ist geprägt und ausschließlich ausgelegt auf diese welche wanderlustigen. Jede Menge Albergen, Hostel und Pensionen und entlang des nun folgenden Weges zum Teil kreative „Tank“- und Raststätten ..
Es war kaum zu glauben, aber nach ein paar Kilometern traute sich tatsächlich die Sonne durch die Wolken.
Von Zuhause trug ich traditionell einen Stein mit mir. Ich warte seit Tagen auf ein Zeichen, diesen auf einen km-Stein abzulegen um mich „von meinem Ballast zu befreien“. Heute war dieser Tag gekommen. Nach 15 nassen Wandertagen erfasste die Sonne mich und streichelte die Wegmarkierung. Ich legte meinen Stein (es ist der weisse) auf den km-Stein und ging mit der ☀️ lächelnd weiter.

In der nächsten Bar lud mich der Barkeeper zu einem Weisswein ein, den man dort traditionell aus eine Art „Suppentasse“ trinkt.
Dazu gab es selbstverständlich Tapas. Brot, Käse und ein Stück Tortilla.
Die richtige Handhaltung will gelernt sein. Für alle Fälle hielt Irene dies fotografisch fest 😉
Den Rest bis zur letzten Herberge vor Santiago in Prodouzo gingen wir zusammen und kamen kurz vor dem nächsten – na? – genau, Regenguss in der schönen, modernen Herberge Edreia an.
Meine Koje heute Mal unten. Schnelles Aufstehen verursacht allerdings Kopfschmerzen, diese Erfahrung sollte auch mir zuteil werden 🤔
Wehmut macht sich breit, morgen sind wir in Santiago. Kaum zu glauben wie schnell diese Tage verflogen sind und 420 km zu Fuß hinter mir liegen…
Nachtrag: auch gefeiert wird bei Pilgrims, Spontan-Party im Casa Verde..



Adios in Santiago…

