In aller Frühe brachen am 09. Juni 2018 die ersten Pilger auf zur letzten Etappe nach Santiago.



Auf diesem Teil waren auch die herrlichen alten Wegsteine zu finden, jeder in irgendeiner Art geschmückt oder mit Andenken an liebe Menschen oder eigenen Glücksbringern geschmückt.
Diese letzten Kilometer hatten etwas ganz eigenes. So empfand ich das und wohl viele andere auch. Wir gingen schweigend, in uns gekehrt, nachdenklich. Das Geschnatter der letzten Tage war verstummt.
Ich versuchte auf die letzten Tage zurück zu blicken. Es gelang mir nicht. Es war unwirklich und doch so nah. Dieser Camino war anders. Anders als mein Weg im letzten Jahr.
Was würde ich diesmal mit nach Hause nehmen. Ich weiß es noch nicht. Meine erste Begegnung mit dem Camino war wie eine Therapie, eine Selbstheilung, ja, nicht lachen 😉 ich habe seitdem viel verändert. Einen neuen Abschnitt im Leben begonnen. Bin stärker geworden undbhöre auf meine Bedürfnisse – Leben!
Ich bin gespannt, auf die nächsten Wochen und Monate wenn ich auf diese unglaubliche Zeit zurück blicken werde. Auf jeden Fall war das erst der Anfang…
Aber zurück zu MEINEM ganz persönlichen Tag.
Wir trafen wieder unsere spanischen Freunde, und versprachen uns in Santiago zu verabschieden. Sicherheitshalber schnell noch ein Gruppenfoto vorab 😇


Das letzte Stück ging ich wieder zusammen mit Irene. Die anderen Chicas hatten wir irgendwie verloren. Ja, ich war gespannt was mich erwarten würde, kannte ich Santiago doch schon, aber nicht als Pilgerin.


Zuerst natürlich am Denkmal „Monte Gozo“ vorbei und über die Brücke ganz gemächlich nach Santiago und in die Altstadt laufen. Es dauert, man genießt, am Ziel, wirklich?


Der erste Blick auf die Kathedrale

Keine aufkeimenden Hurra-Schreie, keine Tränenausbrüche, keine Dankes Hymnen….warum nicht?
Die letzten Meter und dann Ankommen auf der Plaza….

Wir, ICH habe es geschafft! Meinen ersten Camino und einer der anstrengensten ca. 840 km zu Fuss von Irun nach Santiago gelaufen. Jeden, fast jeden verdammten Meter (ausgenommen dieses Jahr 7 km ins Hospital und im letzten ca 25 km mit dem Zug nach Bilbao wegen Verlaufens 🙈)

Zur Feier waren wir ein hervorragendes Pilgermenu essen und vernichteten am helligsten Tag eine Flasche Rotwein.
Wir waren dann doch noch ziemlich nass und kalt aber satt und glücklich und nun trennten sich unsere Wege.
So ist das.
Geschlafen habe ich in einem kalten, sehr kalten Knaben-Internat, und entschloss mich daher am morgigen Tag nach Finisterre aufzubrechen. Ich habe den Regen nun endgültig satt!!


Es kommt was kommt..der nächste Tag bringt Neues..
Bis dann, hasta luego, bin schon gerade in Cee an meinem geliebten Meer und fordere die ☀️ heraus!