Hola, ich hoffe ihr habt mich vermisst?!
Die beiden letzten Tage waren ganz dem Ankommen gewidmet, nicht leicht, wenn man knapp vier Wochen in „Freiheit“ verbracht hat…
aber erst Mal zurück nach Santiago, von dem ich mich verabschieden musste.
Am Morgen überraschte mich Gloria mit einer Halskette, ich war völlig gerührt, fand aber weder in Englisch noch in spanisch das richtige Wort. Aber wie es so ist im Leben, die Augen und Mimik sagen oft mehr als tausend Worte. Gloria verstand auch so.
Meine am Vortag in Muxia zurück gelassene Mitpilgerin Sevda hatte am Busbahnhof in Santiago vier Stunden Zwischenstopp auf dem Weg nach Porto. Ich flog erst um 14:00. Flexibilität ist eine unserer Stärken. Wir beschlossen am Busbahnhof gemeinsam ein letztes Frühstück zu haben.
Fernando, Glorias Ehemann bot mir an, mich bis zum Busbahnhof zu bringen. Er musste Sohnemann in die Schule fahren und packte mich und mein Gepäck kurzerhand mit ein.
Aber dann hieß es wirklich Abschied nehmen. Der Bus brachte mich um 11:30 zum Airport. Er fährt blöderweise ein Stück des Weges, auf dem die Pilger – und so auch ich vor ein paar Tagen – die letzten Meter zurück legen. Ich wurde sehr traurig beim Anblick der sehr gespannten und frohen Gesichter.
Am Flughafen ging alles ziemlich schnell, den Rucksack als „Frischhalte-Kokon“ verpacken lassen, Check-In, Pillchen waren schon geschluckt – ich sterbe doch sonst, bevor der Flieger überhaupt abgehoben hat 😌 – und dann die Zeit vertreiben beim Duty Free.
Ich bin sehr stolz auf mich, ich habe den Flug perfekt gemeistert! Zur Landung würde es mir nochmal mulmig, doch die Aussicht auf die Skyline von Frankfurt war bärig und ich begann die Landung auch zu filmen. Alles gut.


Von der S-Bahn ging ich dann die letzten Meter mit meinem Rucksack nach Hause. Leere überfiel mich. Ich fühlte mich einsam. Warum auch immer, ich bin alleine hunderte Kilometer gelaufen und fühlte mich nie einsam und nun kam ich in meine gewohnte Umgebung zurück, zu Familie und Freunden und fühlte mich allein.
Es wird vergehen, der Alltag wird es wieder richten. Es braucht noch ein bisschen Zeit.
Morgen beginnt er, der ALLTAG, aber was bleibt, sind die Erfahrungen und Gefühle und Gedanken des CAMINO.
Wieder ein Stück mehr vom ICH und die Gewissheit, dass ich zurück kommen werde, auf den Camino, meinen Camino. Im nächsten Jahr, spätestens!
Mein neues Projekt heißt nun erstmal den Umzug in mein Neues Zuhause planen. Ein weiterer Schritt auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt.

Bleibt mir treu, bleibt gesund und bleibt aufmerksam, gelassen und doch spontan und hört ab und zu Mal in Euch selbst hinein….es hilft manchmal auch andere Wege zu gehen. Habt Mut!
Und denkt immer daran: Alles kann, nichts MUSS.
Eure Birgit
Buen Camino
Liebe Birgit,
ich bin so stolz auf dich… dein Weg war nicht einfach… der Regen war eine der größten Herausforderungen. Du hast alles geschafft, Bestens ! Du zählst hier und du warst nie allein und bist es jetzt auch nicht zu Hause. Du hast dich… ein Leben lang. Sei dankbar für alles was du bisher erlebt hast und lebe… lebe anders als die verkopfte Mehrheit. Du kannst es!
Lass dir jetzt Zeit, Zeit für dich, Zeit zum Ankommen. Niemand muss du besuchen und von der Reise erzählen, nur wenn du willst! Genieße und komm gut bei dir an… es dauert!
Ganz ganz liebe Grüße, Karen
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