Am Südkap

Sylt, 04. Dezember, 2. Advent. 2 Grad, bewölkt, 0 Stunden Sonne, trocken, Wind NO 27 km/h.

Gefühlt minus 5 Grad, der Wind beißt im Gesicht, die Luft ist eiskalt und feucht. Ich bin hundemüde, es ist Sonntag kurz vor acht. Aber ohne Frühstück auch blöd. Also war ich wie jeden Tag um 06:00 Uhr früh auf den Beinen. Nun schäle ich die Schichten um mich und mache mich auf den Weg.

Heute habe ich mich für die Südspitze entschieden. Rund um Hörnum. Ich parke außerhalb, so wird es eine gute Rundwanderung.

Nach dem Aufstieg in die Dünen an der Ostflanke stehe ich vor einem Hotel dessen Fahrzeuge auf dem Parkplatz und der Blick auf einen tadellosen Golfplatz auf ein etwas höheres Niveau schließen lässt. Ich lasse es neidlos links liegen und marschiere Richtung Hafen.

Apropos ich wohne im „Gartenhaus“ der Rehaklinik im 3. Stock. Hier allerdings ist ganz oben wohnen nicht die erste Wahl …

Man beachte die individuelle Kühlung der Getränke meines Zimmernachbarn

Gartenhaus

Aber zurück zu wichtigen Dingen… Gott sei Dank kommt der Wind von hinten und die heute mitgenommen Wanderstöcke erleichtern das Laufen im Sand. Es werden heute 10 km allein am Strand. Die werden sich aber anfühlen wie 25 km, das sollte ich noch zu spüren bekommen.

Aber bis dahin genoss ich wieder einmal das Meer, den Strand, die tollen Entdeckungen um mich herum.

Fasziniert aber auch erschrocken beobachte ich wie das Meer am Strand und damit an der Südspitze von Sylt nagt. An dieser Stelle gibt es keine Befestigung durch die riesigen Beton Tetrapoden. Man sagt hier auf Sylt, dass die Südspitze einmal „abbrechen“ wird. Jeder kennt dieses Problem Sylts und doch, wenn Du hier stehst, das Meer eigentlich normal bewegt, und vor Deinen Füßen bricht ein Stück weg, dann wird schnell klar – es ist ein echtes Problem für die Südspitze!

Im übrigen bin ich vom Strandglas sammeln infiziert. Unheilbar. Leider ist die Ausbeute bislang mäßig, aber der geschärfte Blick wird immer besser. Strandglas, das sind kleine vom Meer und Steinen rund und glatt geschliffene Glasstückchen von Altglas, das wie auch immer ins Meer gelangt ist.

Dann stehe ich vor den riesigen Tetrapoden von Hörnum, die als Wellenbrecher fungieren. Ich lasse mal Bilder sprechen…

Ich kann nicht anders, ich muss auch hier ein kleines Zeichen hinterlassen…

Naturlichich

Langsam beginnt sich mein Körper auf Nahrhaftes zu freuen, eine – leider stark unterkühlte – Banane reichte da offenbar nicht.

Ich checkte kurz die Strecke bis zu legendären Dünenbar „Sansibar“: weitere 6,9 km. Puuuh… Nee. Alle anderen hatten geschlossen. Blieb nur der Weg zurück zum Auto und eine Alternative suchen. Also querte ich bereits nach 1,5 km die Dünen und kam direkt – Simsalabim – in der Nähe des Parkplatzes raus.

Am Rantumbecken gibt es einen Hafenkiosk, das ließe sich mit einem weiteren Rundgang kombinieren, überlegte ich spontan Es war noch früh am Nachmittag. Nix wie hin also.

Ach nee 😒

Muss ich hinzufügen, dass auch die öffentliche Toilette „Betriebsferien“ hat? Nicht? Gut. Ich schaffte noch 1 km am Rantumbecken, ich hatte wohl eine Blase am Zeh, der und die eisige Kälte schmerzten. Mir reichte es. Für das andere musste ein Sandberg als Schutz herhalten. Ganz normale Bedürfnisse eben…und zurück an lustigen Steinskulpturen vorbei…

Rantum bedarf also eines zweiten Anlaufes. Den machte ich auch in Hörnum. Ich fuhr zurück. Diesmal mitten ins Ort und dahin wo ich bereits am Morgen eine offene Strandbar sah:

Ich speiste fürstlich, auch wenn es mir beim Anblick der Preise in der mit einer Folie als Dach befestigten Strandbar augenblicklich die Sprache verschlug und ich mich mit einem „ ich brauche noch ein bisschen“ bei der netten Frau entschuldigte. Haderte ich doch mit Spaghetti alio olio für 14 Euro oder einem klangvollen Fischgericht für 28 Euro? Dazwischen gab es VORspeisen für rund 18 Euro.

Ein Glühwein lockerte nicht nur meine Zunge sondern leider auch meinen Geldbeutel 🙃

Nordseescholle mit Krabben und Wedges

Schließlich ist es Sonntag, der 2. Advent und ich liebe nun Mal Meeresgetier. Und – es schmeckte sehr gut und such dir Wedges waren reichlich und knusprig frisch! Lecker!

Inzwischen war es kurz vor Sonnenuntergang oder besser Lichtentzug (Sonne habe ich seit Tagen nicht gesehen…bitte melden 🙏) und ich lasse meine inzwischen reichlich müde Knochen mit Speck drumherum in den Autositz fallen….

Wenn ihr Nordseegeschichten noch nicht leid seid dann bleibt achtsam…es geht weiter, morgen aber erst Mal zurück ins „Trainingslager“ …

Moin moin aus Westerland 👣

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