Ich habe Sylt in allen Facetten erlebt. Ich kam im Dunkeln mit Regen, wachte morgens im Wintermärchen auf, hab das Meer vor lauter Nebel nicht sehen können, hab die Wärme der leider seltenen Sonne im Strandkorb gefühlt ….
… und sollte mich heute gegen den stürmischen Wind stemmen und mir – beinahe – nasse Füße in der wütenden Brandung holen.
Es ist das 36. Weihnachtsbaden in Westerland. Gefühlt ganz Sylt ist auf den Beinen. Da es bei Abfahrt regnet und der Himmel einem grauen Vorhang gleicht, packe ich das Auto voll. Auch Anne kommt mit. Zu viert möchten wir uns das Event nicht entgehen lassen.
Im oberen Teil der Friedrichstraße gleicht die Passage aufgrund der baulichen Struktur einem Windkanal. Das hatte ich bei meinen Besuchen hier schon öfter festgestellt. Je näher man der Promenade kommt, desto stärker bläst hier der Wind.
Heute jedoch kann man sich kaum auf den Beinen halten. Die zarte, ältere Dame Anne hakt sich bei mir ein, um nicht Mary Poppins Konkurrenz zu machen 😅 einen Schirm hätte ich dabei. Blöder Tourist halt … den ich dann auch noch an der Promenade vergesse….
Geschafft bis zur Promenade sichern wir uns einen guten Platz in Nähe der „Kampfarena“ der mutigen Badewilligen. Dort harren wir mit einem heissen Glühwein – ich schwöre: nur einer! – bis zum Anpfiff aus.

Das Meer ist aufgebracht, die Brandung heftig und überrascht immer wieder die Schaulustigen mit Wellen, die weit auf den Strand hinauflaufen.
Pünktlich zum Startschuss kämpft sich dann doch noch die Sonne hervor. Unvorstellbar, wie schnell das hier geht. Das Spektakel nimmt seinen Lauf und 120 – manch einer würde sagen „Verrückte“ – stellen sich der 3 Grad kalten Nordsee.
Bekleidet, im Kostüm oder sogar im Adamskostüm mit Nikolausmütze, Wikinger und Weihnachtsmänner. Es sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ihr werdet verstehen, dass ich hier davon keine Bilder hochladen werde, aber schaut doch mal im Internet…die Presse war ganz vorne mit dabei.


Im Anschluss singt der Chanty-Chor, wir jedoch brechen auf. Wir frieren und haben auch einen leider von der Brandung „geküssten“ Fotografen „Ede“ mit an Bord, der froh ist, schnellstmöglich in trockene Socken zu kommen….
Heute ist mein letzter Abend hier auf Sylt.
Mit einem nächtlichen Besuch am Strand verabschiede ich mich vom Weststrand und lade – ein wenig wehmütig – mein Auto….
Ob es ein Wiedersehen gibt … who knows …
Ihr aber bleibt noch ein wenig dran. Ich verlasse morgen die Insel mit der Fähre, hoffe auf eine ruhige Überfahrt nach Rømø und vielleicht einen Besuch am dortigen Strand.