Vorfreude extrem

Loop langzaam als je haast hebt!

Mein Aufenthalt auf Sylt ließ meine große Sehnsucht nach einer langen Wanderung am Meer so richtig auflodern.

Die Pandemie und ihre – für mich leider auch gesundheitlichen – Folgen zwangen mich, mein Projekt in Portugal immer wieder aufzuschieben. Seit ich zurück bin lässt mich der Gedanke aber nicht mehr los. Ich muss weg. Laufen. Nicht nur einen Tag. Nicht nur neue Wege im heimatlichen Umkreis erkunden. Nicht nur Tagestouren, die mich am nächsten Tag bereits wieder in den Alltag katapultieren.

Eat, Sleep, Walk, repeat!

Solange ich möchte. Jeden Tag. Camino-Feeling total. Das ist es, wonach ich mich sehne. Freiheit in meinem Tun. In meinen Gedanken.

Ich suchte eine Möglichkeit ohne lange Flug- oder Zugreisen. Ohne Kosten, die mein Budget sprengten. Ohne extreme Höhenprofile, die ich dank Post-COVID bis heute nicht bewältigen kann. Nicht einfach in diesen Zeiten. Das wissen und spüren wir alle gerade.

Gefunden. Ein Land, dass ich eh liebe. Mit Menschen, die ich mag. Humorvoll, gastfreundlich und das ganz nahe. Platt, wunderschön und viel Meer und freie Dünen. Holland. Ein Fernwanderweg entlang der Küste. 711 km vom Norden bis in den Süden an die Grenze Belgiens. Der holländische Kustpad. Er teilt sich in 5 verschiedene Wanderwege, die zusammen geschlossenen eben den Kustpad ergeben. Und das weitestgehend am Meer entlang. Ein Traum.

Die ersten Vorbereitungen allerdings waren ernüchternd. Unterkünfte extrem überteuert. Wenn überhaupt nahe der Küste vorhanden. Wenn da nicht …. der Holländer an sich ein reiselustiger Mensch wäre, der am liebsten sein Feriendomizil hinter sich herzieht. Liegt nahe, dass es in diesem Land natürlich auch entsprechend „Wohnraum“ für eben solche freiheitsliebende Camper gibt.

Ich begab mich also auf die Suche nach einer in meinem Rucksack transportablen Unterkunft, bekannt auch als Zelt, plus aufblasbarer Isomatte – ein bisschen Luxus muss schon sein – Auch eine Herausforderung, wie sich heraus stellte. Stundenlanges Recherchieren im Netz und Outdoor-Läden waren die Folge. Leicht, klein und doch einigermaßen komfortabel sollte es sein. Es gibt sie zum Aufrollen, wegwerfen und zack – steht – aber auch komplizierte Steckmechanismen mit Innen- und Aussenzelt, die merkwürdig anmuten und viel Geschick erfordern. Lange Rede … ich habe mich nach dem Probeaufbau zweier erschwinglicher Produkte in meinem winzigen Schlafzimmer für eines entschieden. Wenn das hier gut funktioniert dann erst recht in freier Wildbahn. Das Schlafzimmer steht noch, ich bin unverletzt und habe – ein Zelt 😀

Die letzte Prüfung im Schrebergärtchen hat es auch bestanden, inklusive Probeliegen und erfolgreichem Aufstehen ohne dabei die Behausung dem Erdboden gleich zu machen 🤣 das beste daran und Wichtigste, es war Ruck-Zuck auch wieder im Mini-Packsack verschwunden, was man bekanntlich ohne eine weitere Einpackanleitung niemals hinbekommt. Eben weil es diese Anleitung nie gibt!

Ich gehe somit fast unter die sogenannten Thru-Hiker, die ewige Strecken mit minimalster Ausrüstung bewältigen. Ein Versuch ist es allemal wert, ein wenig von diesem Feeling zu testen. Für mich ein großes Abenteuer, für meine Pilgerfreundin Sevda ein Witz. Sie ist seit Monaten auf dem AT ( Appalachian Trail) unterwegs. Respekt und alles Liebe nach Amerika Sveda 😘

Seit gestern nun habe ich auch ein realistisches Timing. Ende Juni soll es losgehen. Leider werde ich in der mir verfügbaren Urlaubszeit nur einen Teil laufen können, was mir aber auch keinen Druck macht zu einem bestimmten Zeitpunkt das Ziel zu erreichen. Einfach los und schauen, wo ich landen werde… auch gut. Nein. Perfekt.

Es wird grandios, ich weiß es. Ich kann es kaum erwarten! Am liebsten würde ich sofort den Rucksack herausholen und packen – Bis dahin aber warten leider noch anstrengende Arbeitstage auf mich, aber auch eine unglaubliche Vorfreude….die ja bekanntlich die schönste Freude sein soll!

Ich freue mich wenn ihr wieder mit dabei seid, wenn es für mich heißt: Eat, Sleep, Walk, Repeat!

Tot ziens, Buen Camino !

Eure Peregrina 👣

4 Kommentare zu „Vorfreude extrem“

  1. Toller Plan! Fernwandern hat mir auf dem Jakobsweg München- Lindau und der Fortsetzung extrem gut gefallen. Ich empfehle dir ein zweitägiges Probepilgern mit dem Rucksack und der gesamten Ausrüstung in deiner Nähe, damit du sehen kannst, wo es „zwickt“ ( Rücken, Füße etc.) und deine/n Ausrüstung/Plan entsprechend anpassen kannst.
    Freue mich auf deine Berichte!

    Gefällt 1 Person

    1. Hey wanderlustig, danke für den Tipp und die guten Wünsche! Da ich bereits zweimal auf dem Camino dem Norte war, Ist alles Paletti mit der Ausrüstung, neu ist das Zelt und die Tatsache damit Geld zu sparen in Ermangelung von Pilgerherbergen. Wenn es mir zu nass oder unbequem wird – bin ja nun nicht mehr die Jüngste, dann eben eine feste Unterkunft. Alles kann, nichts muss 😀
      Klar schreibe ich… der Blog ist meine Begleitung auf langen, einsamen Wegen lach….
      Liebe Grüße und bis bald bei neuen Abenteuern!

      Like

      1. Hallo Birgit, das klingt ja super, könnte ich für mich auch mal ausprobieren. Ich wende mich vertrauensvoll an Dich, wenn ich Ausrüstungsfragen habe. Genieße bis dahin das Zelten im Garten oder vielleicht den ein oder anderen Wochenendtrip. Liebe Grüße von Gabi
        Ich habe gestern Sabine getroffen. Ich habe gehört, dass Du Dich nach mir erkundigt hast. Mir geht es gut. Die OP ist erst mal gut verlaufen. Morgen ist das Gespräch, wie die Anschlussbehandlung sein wird. Ich bleibe aber positiv gestimmt. Das werde ich schon gut überstehen. Sei ganz lieb gegrüßt

        Like

      2. Hallo liebe Gabi, ich freue mich sehr von Dir zu hören und vor allem so positive Nachrichten, dass Du erstmal die OP gut überstanden hast! Bleib weiter so tapfer und gut gestimmt! Vermisse Dich, Du fehlst am Morgen, am Abend und zwischendurch bei all dem Wahnsinn 😅 ich weiß dass Du das schaffst und klar bin ich Dein Wander Coach ! Sehr gerne sogar! Alles Gute, viel Kraft und jede Menge Glück 🍀 Drück dich Birgit

        Like

Hinterlasse einen Kommentar