Hitze, Asphalt und Schafe

Das leckere Essen von gestern wollte noch verdaut werden…ich bestellte Chicken with Fries 😅 und bekam dieses Festmahl

Also Abendspaziergang und die Verpflegung für den morgigen Tag einholen.

Cool fand ich die Antwort meiner Familie auf mein chilliges Füssefoto, das ich in der Family Gruppe postete: jeder schickte mir ein Füssefoto ☺️

Selfie war gestern …

Die erste Nacht war sehr ruhig, trotzdem war ich ständig wach. Zuviele Gedanken….bis sich wieder alles eingespielt hat.

So startete ich bereits um 07:00 Uhr. Die Luft war noch herrlich kühl. An den Rucksack muss ich erst wieder gewöhnen. Also wanderte ich nach holländischer Art „wandelen“ 😆 Mein Tempo traf das genau. Aber vor mir lagen 23 km ohne Schatten ohne Ortschaften. Ich verließ Bad Neuschanz in Richtung Kostverloren.

Mein Proviant den ich bis auf die Banane und das Wasser nicht brauchte – schleppte ich mit. Ich hatte keinen Hunger. Die Sonne brannte schon zeitig, es ging kein Luftzug. Die Landschaft öde, Gras, Deiche, Schafe, die mich blöd anschauten. Fahrradfahrer kennen sie, mich grunzten sie an, aber bald ignorierte ich das.

Wollte ich mal auf der anderen Seite des Deiches gehen stand ich garantiert vor einem geschlossenen Viehgatter. Nach dem dritten Versuch gab ich auf.

Auch ein verirrtes Lamm wollte nicht auf mich hören und blökte ununterbrochen obwohl ich es lockte, weil ich vermeintliche „Loch“ im Zaun fand.

Das Highlight des Tages waren unmissverständlich die Seehundsbänke. ich fürchtete schon, den Umweg umsonst gegangen zu sein, aber ich wurde belohnt. Relativ nah hinter einem Schutzzaun konnte man sie beobachten. Den kleinen Schatten, den die Wand warf, nutzte ich außerdem für eine zweite Pause. Ich hatte bereits 19 km hinter mir und war nahezu fertig. Die Beine schmerzten, der Rucksack fühlte sich an, als würde er pro Meter ein kg schwerer…

Die letzten km gingen durch das Vogelschutzgebiet an den Kriegsbunkern vorbei nach Termunten.

Unheimlich, diese zu besichtigen und sich vorzustellen dass diese Zeit noch gar nicht so lange her ist….

In Termunten muss ich 700 m vor dem Campingplatz meinen Energiehaushalt auffüllen. Eine gute Idee wie sich später herausstellt. Das einzige offene Restaurant ist mein Ziel. Erschöpft lasse ich mich in den Stuhl fallen. Und warte. Und warte. Nach einiger Zeit endlich kann ich bestellen. NIR Getränke bitte: eine Cols und ein Aperol mit ganz viel Eis, beides. Ich warte. Und warte erneut. Es war nichts los … was bitte dauerte die lange? Es kam Besteck?? Ich wollte TRINKEN!

Endlich, die Cola ging auf Ex, der Aperol war die Belohnung für diesen unglaublichen ersten Tag. Warum in aller Welt ich mir das antue? Glaubt mir, sich heute wieder habe ich mir diese Frage gestellt.

Ganz einfach: ich bin mit mir selbst, nur das rhythmische Tick Tock meiner Wanderstöcke und die Stimmen der Natur. Ok manchmal ein Fahrradfahrer. Und jetzt sitze ich am Meer, wenngleich es hier eigentlich bäh ist, schließe die Augen und höre nur die Wellen….

Entschleunigung. Deshalb laufe ich. Und Wertschätzung der kleinen Dinge. So kaputt wie ich heute bin freue ich mich auf meinen kuscheligen Schlafsack. Ok. Das Resümee ziehe ich morgen.

Der Platzwart war schon weg. Ich solle mir einfach einen Platz suchen. Und morgen früh kommen. Gut. Habe ich. 😆

Ich drehe noch eine Runde durch den Hafen, esse Kibbeling und nun sitze ich hier. am Beton-Strand …

Morgen früh werde ich beim Zähne putzen mein Handy versuchen zu laden und die Powerbank. Strom habe ich ja nun auch nicht im Zelt, aber in den sanitären Anlagen 💪

Morgen geht es nur bis Delfzijl, ich denke das bin ich meinen geschundenen Muskeln schuldig. Der Platz ist schön und auch der Strand hoffentlich schon ansehnlicher!

Danke fürs dabei sein !

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