Wer Mut beweist… wird belohnt

Die Nacht war gefüllt von Live-Musik. Ein Fest im Ort raubte mir den Schlaf auf dem sonst sehr ruhigen und verschlafenen Campingplatz. Ich schlief gefühlt vor der Bühne 😣Für meine Merinojacke war ich dennoch dankbar, die Temperatur fiel gewaltig. erst spät schlief ich ein.

Der Morgen begrüßt mich mit Sonne, die durch die Bäume blitzte. Na bitte, alles wird gut. Ich hatte den Rest der Nacht erstaunlicherweise ganz gut geschlafen und fühlte mich erstmal ausgeruht.

Die Powerbank deponiert im Waschraum gönne ich mir eine lange Dusche für einen Euro.

Ein kurzer Schnack mit meinen Zeltnachbarn verriet, dass sie mit dem Kanu unterwegs sind. Cool 😎 sie war beeindruckt von meinem Backpacker und das ich sogar ein Zelt mitschleppte. Keine Frage bei den Preisen hier. Die Nacht kostete inklusive einem kleinen Kaffee und eine Waffel als Frühstück knapp 20 Euro.

Somit mache ich mich auf den Weg zum nächsten Campingplatz. Geplant heute 13 km. Mal sehen, vielleicht auch weiter. Alles kann nichts muss.

Langsam bekomme ich das Gefühl, dass man mich hier loswerden will. 10 km erst Landstraße mit immerhin ein paar Bäumen, die hin und wieder Schatten spendeten, dann Industrie, so weit das Auge reicht. Erst Stromgewinnung mit ewig vielen Windrädern, die aber mangels einer auch nur hauchdünnen Brise einfach keinen Ruck machten, Dann Chemiepark. Park. Dazu ist vermutlich nicht viel zu erklären.

Es half alles nix. Trotz des sensationellen Ausblickes brauchte ich eine Pause. Selbst die Lachmöve schüttete sich über den seltsamen Wandergesellen aus.

Die Nacht steckt mit in den Knochen, die Hitze tut ihr Übriges. Und dann war noch die komische Bemerkung der Wirtin auf dem Platz dass es in Delfzjill keinen Campingplatz hat. Hä?

Verstanden, der nächste war tatsächlich 5 km Umweg hinter Delfzjil, und nun? Erstmal dort ankommen dann sehen wir weiter,

Der Weg führt mich am Eemskanal vorbei hinein in die Stadt. An einer Tankstelle tanke ich Wasser auf und rufe auf dem Campingplatz an. Vergeblich. Ich spreche – ohne Hoffnung – auf Band.

Auf dem Weg zum Strand – da muss ich jetzt einfach hin…. gönne ich mir einen kalten Drink – und- buche mir ein Zimmer über Booking.com. Das letzte am Ort. Egal. Ich hab was gut. Die Preise sind erstaunlich, aber irgendwann kommt so eine „Pilgerin“ die ein Bett sucht und…. aber dazu später mehr.

Ich spürte tatsächlich einen Supermarkt auf, der geöffnet hatte. Schnell hatte ich eine Salatbox, eine Flasche Wasser und das Wichtigste: eine Twin-Ladestecker. Den brauche ich dringend auf dem nächsten Campingplatz damit ich Handy und Powerbank gleichzeitig laden kann.

Kein Saft, keine Bilder, keine Bilder und kein Saft -> kein Blog. So funktioniert Leben heute 😀

An der Kasse dann der Anruf des netten Campingbesitzers. Mist. Zu spät. Aber gut. Ist wie es ist. Ich habe jetzt auch keine Lust auf Umweg, muss waschen, schlafen und morgen soll es auch noch regnen. Ich bedanke mich herzlich aber lehne ab.

Der Strand heute immerhin besser als gestern. Die Sylter baggern Tonnen von Sand, um ihre Insel zu schützen, der Holländer betoniert. Ok. Er ist vermutlich als erster dran und verliert alle Polder.

Die Nordsee ist – entschuldigt bitte – pisswarm. Willkommen in der Klimakatastrophe. Und meine Beine? Abkühlung wäre so gut…. naja, ich war tatsächlich noch baden.

Ach, fast vergessen, die erste Windmühle ist mir vor die Linse gekommen. Bitte schön:

Der Ort ist tot. Ich habe eine Pizzeria gefunden wo ein Tisch mit Einheimischen besetzt ist. Bingo und Glück gehabt. Eine hervorragende Margherita nenne ich mein Eigen, dazu Weißwein. Und Blog schreiben.

Ich habe ein schönes Zimmer in einer wohl ausgedienten Markthalle. Viele Fenster, groß und ein schönes Bad. Ich freue mich auf eine gute Nacht, gewaschene Wäsche und aufgeladene Hardware.

Es geht ja Richtung Süden, den Norden kann ich nicht für Touristen empfehlen. Wahrscheinlich finde ich deshalb kaum etwas im Netz über den letzten Teil des Kustpad. 😂😂😂

Egal, ich zieh das durch. So einfach kapituliere ich nicht. So kennt ihr mich oder?

Na dann, bis morgen, mal eine Etappe durchs Landesinnere!

Freu mich!

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