Amsterdam

Es war wohl die beste Nacht. Ich habe richtig gut geschlafen in diesem einfachen Bett. Vielleicht auch, weil ich endlich weiß, wie es weiter geht….bzw. nicht.

Nach einer langen Dusche packe ich meinen Rucksack und verlasse WesterLand und diesen schönen Campingplatz in Richtung Anna Paulowna. Von dort nehme ich erst den Bus, ab Schagen den Zug nach Amsterdam.

In Amsterdam angekommen kontaktiere ich meine Unterkunft, ob ich schon einchecken kann. Ich möchte den Rucksack loswerden.

Ja. Zimmer sei ready. Also direkt los mit der Fähre rüber nach Amsterdam Noord, wo sich in einer naja nicht so wirklich attraktiven Gegend mein kleines Hotel befindet.

Ich wundere mich, dass es an der Fähre keinen Ticketverkauf gibt. Während der Überfahrt kommt auch niemand. Ich bleibe entspannt. Ok. Ich versuche es. Schwarz fahren ist nicht mein Ding. Im Nachgang verrät Google, dass die Fähren für Fußgänger und Fahrräder kostenfrei sind! Das finde ich sehr lobenswert!

Nach etwas suchen, Google Maps ist offensichtlich etwas verwirrt hier 😂 finde ich mit Hilfe analoger Methode : frage ich doch einfach mal einen Passanten… auch das kleine Hotel. Zimmer 12 qm OHNE Fenster aber mit Bad für 97 Euro. Das sitzt. Frühstück ontop 12 Euro. Günstiger ging es nicht, obwohl…. 79 Euro für ein Bett im Schlafsaal. Na Danke auch. Was ist los hier?

Immerhin. Es ist nett, modern, ordentlich, sauber. Die jungen Mädels an der Rezeption sind sehr freundlich. Zum Schlafen ok. Der Frühstücksraum ist ebenfalls sehr modern und sehr schön eingerichtet.

Ich Dusche nochmal, wechsle die Hose in kurz, in der Hoffnung, dass es nicht zu regnen anfängt und die Sonne mir etwas Wärme spendet und ziehe los.

Im Centrum angekommen lasse ich mich einfach treiben. Lande automatisch am Blumenmarkt, auf einem Flohmarkt, schlendere an den Grachten entlang und bin aufmerksam bemüht keinem Fahrradfahrer in die Quere zu kommen. Was hier in der Stadt der Fahrräder gar nicht so einfach für einen Fremden ist.

Ich habe Hunger. Das einzige aber, was mir die Stadt hier bietet sind Sandwiches. Wo man hinschaut gibt es Sandwiches. ICH aber möchte etwas „Vernünftiges“ essen. Pizza vielleicht? Nudeln? Fisch?

Am späten Nachmittag dann – beinahe hätte ich bei „Madame Tusseaux“ schon aus Verzweiflung einen 6 Euro teuren Hot Dog genommen, finde ich tatsächlich an einer Ecke ein Café, in dem es Pizza gibt. Hurra! Ein Platz an der Straße ist sich noch frei. Mit Blick auf die Brücke und die Passanten, die hier unterschiedlicher nicht sein könnten.

PeopleWatching. Meine Lieblingsbeschäftigung 😆 Ich genieße diese Stunde, die ich hier verweile außerordentlich.

Gegen frühen Abend geht es zurück zum Hafen auf das schräge Dach des Science-Museum Nemo, das hier auch Kindern Wasserspiele bietet und Plätze zum Entspannen.

Hier genieße ich die Sonne und den Ausblick auf Hafen und Stadt. Leider hat das Bistro schon geschlossen, so muss ich mit dem Rest meines warmen Wassers Vorlieb nehmen. Ich brauche an dieser Stelle nicht zu erwähnen, dass mir ein eisgekühlter Aperol jetzt lieber wäre, auch wenn dieser mein Restbudget extrem schmälern würde 😅

Morgen um 11:45 wird mein Zug gehen und mich nach Hause bringen. Es gibt keine Unterkünfte mehr, den Niederlanden droht ein Unwetter, ein Sturm ist angesagt. Auch im Süden Hollands ist die Lage aussichtslos.

Ich bin mit heute – es waren tatsächlich 25 km, die ich allein hier in der Stadt zurück gelegt habe 😳 – fast 250 km durch Nordholland zu Fuß gewandert. Es war eine Erfahrung. Die Tage zu Fuß unterwegs sind lang und somit fühlen sich 10 Tage an wie fast drei Wochen…

Ich werde sicher wieder kommen. Der 2. Teil ab Den Helder verspricht abwechslungsreicher zu werden. Hier gibt es dann auch Strand und „richtiges“ Meer. Planen allerdings wird man es trotzdem müssen. Zumindest die Unterkünfte reservieren.

Vielleicht aber auch erfülle ich mir erstmal Portugal.

Denn, die Spontanität möchte ich mir behalten. Das ist die Freiheit, die ich brauche, vom stressigen Alltag zu entspannen und neue Kraft zu sammeln und Lust auf neue Abenteuer zu bekommen. Mit allen Tücken und manchmal eben auch Enttäuschungen 😉

Ich bin jetzt schon drei Tage zuhause, habe die letzten Tage und meine Reise Revue passieren lassen, meine Beiträge selbst noch einmal gelesen und finde :

Es war eine schöne Zeit. Anders als erhofft. Aber trotzdem eine schöne Erinnerung und gute Erfahrung.

Mir geht es gut, ich habe noch Zeit, die ich zuhause genieße, bis der Alltag mich wieder verschluckt und bin bereit, neue Pläne zu schmieden!

Mein Zelt & Co. ist auch angekommen und hängt zum Trocknen und Lüften auf der Leine. Bis zum nächsten Mal…

Bis dahin, geht langsam, wenn ihr es eilig habt und nehmt euch Zeit für euch selbst!

👣👣👣

Hinterlasse einen Kommentar