Ich bin megafrüh wach. 5 Uhr. Um 07:00 h macht die Bar fürs Frühstück auf. Ok. Ich lümmel noch etwas im Bett rum, ein Blick aus dem Fenster – es ist trocken ( es hat heute Nacht wieder geschüttet) und ich packe langsam den Rucksack.
Noch ist es in der Bar dunkel.
Pünktlich um 06:30 brennt Licht. Um 07:00 steh ich unten. Karin ist schon da. Es beginnt zu dämmern und hell zu werden.

So süß, während ich mit meiner Tochter telefoniere, steht mein erstes Geburtstagsgeschenk auf dem Tisch ♥️ der Orangensaft den ich eigentlich holen wollte. Von Karin. Lieben Dank. So schön, ein super Start in den Tag! Danke liebe Karin!
Ich habe heute voll Bock auf den Trail und kann es kaum erwarten. Karin startet vor mir, ich kurz danach.
Bereits nach einer halben Stunde tausche ich die lange Hose gegen die kurze. Das Shirt gegen das Tanktop. Es verspricht heiß zu werden und anstrengend heute.
Anstrengend? Ja! Warum hat mir keiner gesagt, dass heute alpine Erfahrung voraus gesetzt wird??
Zuerst einmal geht es gechillt los und ich genieße die Ruhe des Morgens…





Der erste Anstieg lässt aber nicht lange auf sich warten, es folgen weitere. Hätte ich mal bloß das Höhenprofil vorher angeschaut 🙈

In den nächsten zwei Stunden geht es Rauf und runter. Richtig extrem, ich habe zeitweise richtig „Pudding“ in den Beinen, kann ich kaum meinen körperlichen Schwerpunkt austarieren mit diesem Ungetüm auf dem Rücken. Ein Fehltritt und … ich möchte garnicht darüber nachdenken.

In dieser Spalte ging es hinauf, der blaue Pfeil gibt die Richtung leider vor. Alternativen ausgeschlossen.

Sag ich doch. Alpin. Und doch am Antlantik. Und erst 3 km von 20. Wie soll ich das schaffen?
Zwischendurch gab es erholsame Passagen. Kurz halt. Aber immerhin,





Nach 10 km lege ich eine Rast ein, es ist heiss. Ich habe einen Brief meiner Tochter im Gepäck. ich bin berührt, dankbar, glücklich, als ich die Zeilen lese. Never forget!

Ich nehme mir eine Stunde. Eine Stunde für mich, für meine Gedanken, meine Wünsche, meine Träume.
Ich muss weiter, noch 12 km liegen vor mir.
Heute ist alles drin. Kriechend, im Wasser watend, kletternd, im Sand quälend stapfend.
Sozusagen das „All-inklusive-Paket“ .


Wanderwege mutieren durch die Regenfälle zu kleinen Bachläufen, Kletterpartien werden schnell zu Rutschpartien. Kurzum. Hohe Aufmerksamkeit und Trittsicherheit sind heute gefordert. Hat irgend jemand daran gedacht, dass dabei ein 6 kg schwerer Rucksack hinderlich ist?
Alle Mühe lohnt sich, dass Zeigen diese Bilder unfassbarer Natur






Natürlich geht es auch hier anders. Ein Umweg wegen Privatgeländes ist zu meistern. Wer den Abzweig verpasst wie ich muss sich mit einem 4 km Umweg über die Landstraße abfinden.


Soweit so gut. Habe den Anschluss an den Fischerpfad wieder gefunden.
Ich nähere mich Odeceixe. Und. Erlebe ein psychisches Moment.

Was ihr hier seht ist mein heutiges Ziel. Was ihr nicht seht sind die 8 km, die ich bis dorthin noch bewältigen muss. Denn. Dazwischen Liegt ein Fluss, dessen Brücke sich in 4 km landeinwärts befindet. Herzlichen Glückwunsch oder besser „ Ach, du liebe Sch…“
Ich halte durch. No Problem. 8 km. Na und?
Meine Leidensgenossen habe ich heute nicht mehr gesehen. Leider. Denn dann wäre ich wie sie einfach durch den Fluss gewatet. Bei Ebbe kein Problem. Wir lachen noch lange darüber.
Ich aber folge einem Portugiesen brav bis zur Brücke 4 km hin, und 4 km zurück über die Landstraße nach Praia de Odeceixe.



Von da bitte zurück an die Küste. Bettina holt mich mit dem Mietwagen ein. Ob ich mitfahren will? Ich? Nein. Das lässt mein Stolz nicht zu. Im Café dann lasse ich mich nach 22 km in den Stuhl fallen und bin einfach dankbar für diesen Tag.
Ich hatte liebe und doch eigentlich fremde Menschen um mich herum. Einen Wahnsinns-Wandertag, viel Spaß und tolle Gespräche. Danke schön.
Macht’s gut ihr Lieben Karin und Bettina, Markus, See you again later!

PS. War nochmal schnell am Strand😎


Du bist der Hammer! Weiterhin viel Spaß und genießen!!!!
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Danke, es ist auch unfassbar schön ☺️
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