Als wenn es um fünf Uhr morgens nicht früh genug wäre, um den Tag zu beginnen holt mich der Nachbarshund um vier Uhr aus dem Schlaf, er kann von Glück sagen, dass zwischen uns eine Mauer ist…
Bahntechnisch läuft heute alles reibungslos. Alle Züge überpünktlich und nicht überfüllt. Angenehmes Reisen. Sogar ein Zwischenstopp in Paris ist drin. Ich habe drei Stunden bis es weitergeht nach Granville und von dort nach Pontorson wo ich heute eine Unterkunft habe.
Die geplante Route zu Fuß vom Gare de l‘Est über Notre Dame zum Eiffelturm und weiter zum Gare Montparnasse beginne und beende ich mit der Metro. Dazwischen spaziere ich 1,5 Stunden an der Seine entlang. Das reicht für heute und im Zug nach Granville heißt es wieder Beine hoch und ausruhen!
Es ist schon schwierig wenn man nicht weiß wie man am besten kommuniziert, wenn man die Sprache nicht beherrscht – ich erinnere an meine bereits erwähnte äußerst desolate Schulnoten – englisch? Deutsch? Ich versuche es auf Englisch, falle ins spanische als ich fließendes Französisch ernte – ? Hilft nix, also in Fetzen … Metro? Cherchez? Linea six äh seis dazu sechs Finger … aha, sie will mich begleiten. Saunett. Aber ich laufe ihr leider zu schnell. Schade. Ich bedanke mich sehr herzlich „Merci Madame, tres gentil“ Am Bahnhof das gleiche Spiel, niemand scheint hier englisch zu können, erst ein Sicherheitsbeamte kann mir die Anzeigetafel erklären und dass das Gleis erst kurz vor Abfahrt angezeigt wird. Hatte mich schon gewundert über die Massen die stumm und geduldig auf die Tafel starrten als ob dort jeden Moment eine Glücksreise ausgelobt werden würde.
Ich kriegs hin, weiß dann wo ich lang muss und sitze wenig später pünktlich in meinem Zug. Das kann ja heiter werden, mit englisch komme ich hier wirklich nicht sehr viel weiter.
Ja ich weiß, ich hätte mich ja auch vorbereiten können, aber französisch ist wirklich nicht mein Ding! Merke aber bereits heute, dass mir doch ein paar Wörter einfallen, es ist also noch nicht alles verloren. Und im Zug wird auch auf deutsch übersetzt. Quelle Chance! 🙂
Bei Blitz und Donner läuft der Zug in Pontorson ein. Das kleine seeeehr alte Hotel in Sichtnähe. Für eine Nacht low-Budget aber völlig ok.
Ein Rundgang bei Regen durch Pontorson, dass sich als sehr nett erweist, habe ich als erster Gast Glück und lande in einem kleinen Restaurant, heute MUSS es Pizza sein nach dieser langen Reise.

Dann ab ins Dachgeschoss, duschen und hoffentlich gut schlummern. Ich habe ein Ticket für die Abtei um 10:30, aber vorher möchte ich mir – wenn auch im Regen – das Schauspiel der schnellsten Flut und weltweit höchsten Tide von mind. 12 m ( lt. Reiseführer kommt sie hier im Galopp) anschauen. Da heißt es wieder früh aus den Federn!
Bon soir 👣👣