Ich habe den Aufenthalt in meinem chicen und doch preiswerten Appartement genossen. Doch war die Nacht unruhig….
Die Tatsache, dass ich mangels Verfügbarkeit und auch aus budgetieren Gründen – ich bin als Backpacker nicht bereit, nur zum schlafen mehr als unbedingt notwendig zu zahlen – lange vor meiner Reise vorbuchen musste und nun an die so geplanten Etappen halten „muss“ lässt natürlich nur begrenzten Freiraum in der Tagesgestaltung zu. Kaum öffentliche Verkehrsmittel und Geschäfte verstärken den Druck der Organisation und Planung. Schade eigentlich. Das erklärt wiederum warum hier keine jungen Leute unterwegs sind. Es gibt einfach keine bezahlbaren Unterkünfte …
Aber nun. Wieder eine Erfahrung in einem neuen, anderen Land. Heute geht es erst einmal nach Saint Cast le Guildo, ein hoffentlich etwas größerer Ort, der einen Supermarkt hat. Also los.
Der Weg ist einzigartig, tolle Ausblicke auf den Atlantik, die Muschelbänke, einsame Buchten aber immer auf und ab. Hätte ich mal angefangen, die Stufen zu zählen, ich könnte gar nicht aufhören.




Gegen Mittag und einer Pause am superschönen ruhigen Strand von Pen Guen (ja, ich bin immer noch in Frankreich!) erreiche ich Saint Cast le Guildo. Ernüchternd. Touristen wohin das Auge reicht. Nobelhotels. Nix für mich. Ich suche den einzigen Supermarkt weit und breit. Tatsächlich erstehe ich ein Päckchen Spaghetti – BIO bitte schön – und ein Sandwich plus Banane für gleich. Tütensauce auch noch. Perfekt. Passt gut in den Rucksack!


Und wer ruft da unentwegt meinen Namen als ich den Supermarkt verlassen habe und das Sandwich verspeise? Ich fasse es nicht. Da hockt Simon und grinst über beide Ohren. Das ist die Magie, der Spirit. Klar, dass wir wieder zusammen sitzen und quatschen. Nach einer halben Stunde ziehe ich aber weiter. Simon will auch noch bis zum Abend laufen. Wir verabschieden uns bis in zwei Tagen 😉 … See you soon… ich bin gespannt.
Ich verlasse schnellstmöglich das touristische Terrain zurück auf den GR, stille, wunderbare Wege erwarten mich zurück ins Inland. Ich bin verloren in der Natur, denke an nichts heute. Schaue auch nicht wie weit ich noch laufen „muss“. Ich laufe. Einfach.



Es ist heute in der Sonne sehr warm, im Schatten aber kalt, heißt Jacke an, Jacke aus. Trotzdem wage ich es und wechsle zur kurzen Hose. Der frische Wind um die Beine beflügelt. Ein Fasan taucht plötzlich vor mir auf und rennt vor mir her. Vermute, er befürchtet in den Kochtopf zu kommen. Gar nicht so abwegig denke ich und lache!
Unterwegs finde ich ein uraltes Becken. Das Schild erklärt – natürlich nur auf französisch – das dies früher ab dem 18. JH eine Waschstelle war. Das habe sogar ich verstanden! Heute würde ich darin nicht mal mehr meine Füße waschen 🤣

Ich bin heute knapp 24 km unterwegs, ich merke es, als ich mich von den Schuhen befreie und in die Flip Flops schlüpfe. Ich beziehe mein Tiny Home mit eigenem Garten nur für mich. Der im Ort gelegene Campingplatz verkauft mir noch eine Bolognesesauce, eine Flasche Wein und ein Croissant für morgen früh.
Damit ist mein Abend gerettet ☺️ und das Frühstück gleich mit.
Morgen erwarten mich „nur“ 19 km bis zur nächsten Unterkunft.
Sodann, ich geh jetzt mal Füße waschen …
Oh das Highlight natürlich noch: außer das Wiedersehen mit Simon war da doch die herrliche Auszeit am einsamen Strand von Pen Guen in Frankreich!
See you soon 😎