Nein, ich habe mir kein Rad geliehen. Zuerst einmal habe ich mir mein am Vorabend auf dem Campingplatz bestelltes Croissant zum Frühstück abgeholt. Ja bestellt. Ein Croissant. So läuft das hier….dann aber nix wie weg…
Wie immer am Morgen erstmal zurück zum GR34. Heute 1,5 km über eine Nebenstraße. Gott sei Dank bergab, nachdem ich gestern zum Dorf alles rauf musste. Dafür hatte ich eine tolle Unterkunft!
Dann ging es lange am trockenen Fjord entlang – keine Ahnung wie man diese Buchten nennt, die bei Ebbe wegen der großen Tide trocken fallen – um dann wieder auf und ab auf den Küstenweg durch Wald und wie gewohnt enge Pfade zwischen hohen Hecken, die immer wieder den Blick auf die Bucht zulassen. Solche wunderschönen Wege gehen leichtfüßig trotz immer wieder kehrenden Steigungen, Felskraxeleien und Treppenstufen, die einfach extrem hoch sind. Aber ich wiederhole mich.



Dennoch mag ich diese verschlungenen Pfade und hin und wieder entdecke ich Ähnlichkeiten mit der Küste Portugals, wobei diese Felsformationen und die Gewalt des Atlantiks einfach ungeschlagen bleiben! Wer noch nicht dabei war schaut mal hier:
https://naturlichich.com/2023/08/28/rota-vicentina-trilho-dos-pescadores/
Mir droht noch ein extremer Aufstieg so beschließe ich noch eine Pause einzulegen. Eine kleine Stelle, wo Fischer ihre Boote zu Wasser lassen scheint da perfekt. Über einem Zaun hängen Planen, schon überlege ich ob diese ein Foto wert sind, da erscheint dahinter…wer wohl? Simon. Der verrückte ist gestern noch 30 km bis hierher gelaufen und hat hier wild campiert. Neben ihm noch ein junger Franzose. Eigentlich haben wir alle das gleiche Ziel: Cap Frehel.
Wir laufen unabhängig voneinander los, verabschieden und mit „See you“ und Simon macht das Schlusslicht. Er muss noch sein Zelt einpacken. Zu diesem Zeitpunkt bin ich mir ziemlich sicher, dass er irgendwann hinter mir ist…

Am Fort La Latte vorbei, dass leider Eintritt kostet – und nicht wenig – schlängelt sich der GR34 durch wilde Heidelandschaften, die aber leider zu dieser Jahreszeit ziemlich unansehnlich sind.
Endlich am Cap angekommen mache ich erneut eine sehr lange Pause, aber weder Frederic noch Simon tauchen auf.




Ich genieße die wahnsinnige Aussicht und die wärmenden Sonnenstrahlen, hänge meinen Gedanken nach und möchte eigentlich hier stundenlang sitzen bleiben. Ach ja.

Heute ist Sonntag. Das merkt man leider hier auch. Also richtige Stimmung kommt hier dann doch nicht auf und ich beschließe weiter zu laufen.
Noch 4-6 km trennen mich von meiner heutigen Unterkunft in Pleherell. Diese gegen weiterhin auf steinigen Pfaden durch die Heidelandschaft zurück in die „Zivilisation“


Eine kleine Runde Steinmauer ruft noch einmal förmlich nach einer Pause vor dem Endspurt. Ein älteres Pärchen taucht auf unf ich fasse mir ein Herz und frage ob sie ein Foto von mir machen könnten. No thank you. Die Antwort. Sch… Sprachbarrieren. Sie dachten wohl ich wollte die beiden fotografieren… dann halt nicht. Au revoir.
Kurz vor dem Ziel versagt Google Maps, den GR34 habe ich bereits verlassen weil ich in den Ort muss.
Vor den Toren des Campingplatzes treffe ich auf eine Alleinreisende Deutsche mit Hund. Sie ist froh Unterhaltung zu haben und bietet mir an, mit mir zugehen, da sie sich hier gut auskennt. So geschehen verabschieden wir uns vor meinem kleinen Hotel, das im übrigen von einer sehr liebenswerten Dame geführt wird – auch wenn der Charme des Hotels in etwa ihrem Alter gleicht…
So lande ich nach der wichtigsten Frage des Tages in einem 1 km entfernten französischen Restaurant. Ja, gern. Heute ist Sonntag!
1 km kein Ding für mich, die heute im Übrigen mit 24 km die 146 km voll gemacht und das Cap Frehel umrundet hat. Im Restaurant werde ich erkannt – die kenne ich doch, die einzige Deutsche, die den GR läuft 🤣, Oui antworte ich nur und lache.
Es war sehr lecker, ich satt und zufrieden blicke auf das heutige Highlight zurück: ich habe das Cap Frehel erreicht und es geht mir gut 🙂
PS: Simon ward nicht mehr gesehen.
Á demain…Je suis vraiment fatigué aujourd’hui