Tag 8 Auf nach Caroual

Beim Frühstück traf ich wiederum auf das Ehepaar von gestern, die mich auch im Bistro ansprachen – also freundlich nickten und „Ah Bonsoir“ sagten und dabei lachten. Heute Morgen dasselbe, nur „Ah Bonjour“ . So ist das mit der Sprachbarriere. Als sie vor mir die Unterkunft verließen hieß es „See you“ – gesehen habe ich sie heute aber nicht mehr…

Der GR ist heute wieder sehr abwechslungsreich. Zuerst ein Stück Landstraße, um wieder Anschluss zu finden. Dann entlang der Küste wie gewohnt mit tollen Ausblicken.

Zwischenziel ist Erquy und der Supermarkt, denn ich habe heute ein Appartement bei Caroual, Google Maps zeigt mir bereits, dass dies auf einem Hügel liegt – heißt ja auch Appartement ver la mer!

Das werden wohl wieder ein/zwei Kilometer Umweg sein, aber gut. Der Tag ist noch jung.

Wie gesagt, ich blieb heute allein unterwegs, nein nicht ganz, aber dazu später. Erstmal ein paar Eindrücke der heutigen Etappe bis Erquy:

NATÜRLICH gab es auch wieder Treppen und nicht nur das, nasse Füße hätte ich auch beinahe bekommen…

Manches Mal fühle ich mich schon ein wenig verarscht, da führt einen der GR ewige Umwege durchs Inland und wenn Du wieder am Meer bist, stellst Du fest: der Weg am Strand entlang wäre schöner und kürzer gewesen, das kann einen schon etwas runter ziehen…aber so geschehen auch in Portugal, also Schwamm drüber.

Hier bitte einmal rechts mind. 2 km ganz außen rum 🙃

Ich folge brav dem Pfad und denke darüber nach, dass die Zöllner für die Arbeit in solch schöner Natur auch noch entlohnt wurden. Mmh. Was bitte mache ich falsch?

Ein Schild beeindruckt mich gewaltig und ich möchte es euch nicht vor enthalten:

Man spricht Deutsch!

Als es auf das Cap von Erquy zugeht sind die Zeichen des GR mal wieder uneindeutig. So spreche ich ein Paar an, dass gerade einen steilen engen Pfad herunterkommt. Alternativ gibt es eine geteerte Straße, die aber nach links weggeht. Sie bestätigen mir, dass es hier zum Cap ginge und ich kraxel mühevoll den steinigen, ja fast alpinen Pfad hinauf. Nicht ganz ungefährlich denke ich mir mit dem schweren Rucksack. Just in diesem Moment – ich habe bereits die Hälfte hinter mir – ernte ich lautes Geschrei einer Französin, die mir wild gestikulierend zuruft, ich muss der Straße folgen. Soviel habe sogar ich inzwischen verstanden, will es aber eigentlich nicht. Ich mache fragwürdige Zeichen und bin fassungslos. Denkt die wirklich, ich steige jetzt wieder runter? Nix wie Rauf und weg.

Ich umrunde das Plateau und bin froh, diese Frau nie wieder zu sehen. Habe jetzt ja auch offensichtlich einen enormen Vorsprung.

Der Mühe Lohn

In Erquy angekommen finde ich ein Café. Ich weiß nicht, was heute los ist…zuerst braucht das Mädel Stunden, um überhaupt eine Bestellung aufzunehmen und dann erklärt sie mir noch, dass sie mir ohne eine Speisenbestellung keinen Alkohol ausschenken darf?? Bitte, dann nur einen Kaffee, verzichte gern auf ein Gläschen Wein und beobachte aber zeitgleich am Nachbartisch dass ein junges Paar sich eine Galette teilt und dazu eine Flasche Wein bekommt. Hallo! Eine Flasche! Wegen eines Pfannkuchens für zwei. Sorry, das ist zuviel für mich. Ich zahle meine zwei Euro und bin verschwunden. Man sollte über manche Gesetze einfach mal nachdenken?!

Apropos Alkohol: Wein und Bier ist laut Gesetz in Frankreich am Arbeitsplatz erlaubt! Aha, mit Essen? 🙈

Egal, ich finde den Supermarkt in Erquy und schleppe alsdann meine Einkäufe plus Rucksack noch 3 km zu meiner Unterkunft auf den Hügel. Uff.

Noch vor dem Kochen sitze ich mit einem Glas Wein vor meinem Fenster mit Meerblick. Zum Essen gibts natürlich auch noch ein Glas…

Ich bin gespannt was mir morgen widerfährt, das Highlight heute ausnahmsweise mal kuriose Begegnungen 😉

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