Bei Sturm und Kälte bin ich erst spät eingeschlafen inklusive aller Klamotten und Mütze. Mein ultraleichter Sommerschlafsack hält dank Daunen laut Hersteller bis 12 Grad Celsius warm. Es waren definitiv weniger! Eingemummelt hoffte ich zumindest auf Windstille. Es Pfiff der Wind durch die Ritzen und die Zeltplanen bäumten sich auf.
Ich wache auf, als es schon sehr hell im Zelt ist und brauche etwas, bis die Gliedmaßen wieder auf normal beweglich sind. Beim Packen des Rucksacks wird mir wieder warm, die Vorfreude über ein volles Tablett mit Brötchen, Vollkornbrot, Wurst (hatte ich garnicht bestellt), Käse, Tomaten (die auch nicht) Gurken und ein Wasser für mein Lunchpaket heben die Stimmung. Viel zuviel für eine Person. Und wieder Gewicht on top. Alles kommt mit.
Aber zum Glück liegt heute eine kurze Erholungsetappe vor mir. Einmal rund um den Fjord bis Sonderborg. Ich habe alle Zeit der Welt. Die ersten 4 km geht es aber wieder anstrengend durch den tiefen und weichen Sand, uff.

Dann wechsle ich auf den Pfad oberhalb der Klippen. Wieder bin ich allein unterwegs. Ich finde einen superschönen Platz für eine Rast als es aufhört zu regnen. Ja leider auch heute wieder nass von oben. Immer mal wieder. Anziehen, Ausziehen, Schwitzen, Frieren und von vorn.
Immer wieder treffe ich auf Zeugen der Ziegeleien, die hier früher waren.


Bei der nächsten Pause kommt mir der Gedanke. Hier ist der Platz. Der Moment. Es fühlt sich genau hier richtig an. Für was?
Ich habe im Januar in Hannover einen Deisterstein gefunden. Mein zweiter „Wanderstein“ Da ich kein Facebook mehr habe, habe ich ihn aufgehoben, um ihn auf dem GS abzulegen. Heute. Jetzt. Und hier.



Der Besitzer hat sich mit diesem Stein sehr viel Mühe gegeben, möge ihn jemand finden und weitertragen, der ihm gerecht wird 🙏 https://m.facebook.com/groups/721403744979986/?locale=de_DE
Im Blick habe ich heute immer wo ich her komme und wohin ich muss. Superschöne Strandabschnitte und wer kann, der hat dort ein schickes Strandhaus.
Ich bin um die Mittagszeit schon am heutigen Etappenziel, beziehe ein brandneues kleines Apartment eines jungen, sehr freundlichen Inders am Rande von Sonderborg, richte mich ein und bin flugs später auf Erkundungstour. PS mit dem Quooker komme ich trotz Bedienungsanleitung per Google nicht klar und koche mir Wasser analog im Topf für den Kaffee 😂
Ich starte mit einer Runde über den Segelhafen Marina und bestelle ein kleines Softeis in der Tüte. Klein. Wohlgemerkt. Ich konnte kein Foto machen. Das Eis war riesig, die Waffel winzig. Ich verstehe warum ein Löffel im Eis steckt, damit die Pracht nicht abstürzt bevor man sie genießen kann.




Weiter gehts an der Promenade entlang zum Hafen. Es tut so gut ohne die Last des Rucksacks unterwegs zu sein. Bummeln ist angesagt.

Am Schloss vorbei erreiche ich eine Weinbar und gönne mir einen Aperol Spritz. Voll die Genussmeile heute. Eine Frage bleibt bislang aber offen. Essen gehen oder einkaufen und kochen?
Ich kaufe ein und koche mir etwas. Morgen muss ich im Gasthof dinnieren mangels Möglichkeiten (außer Burgerbude natürlich).
Kuriose Begegnung heute: 3 Frauen mittleren Alters pilgern schwer beladen an der Vinothek vorbei. Ob ich sie morgen noch mal wieder sehe?
Es bleibt spannend…und ich wüsste zu gern, ob mein Stein einen neuen Besitzer gefunden hat…
