Wie gut meine gestrige Entscheidung war, zeigt sich heute. Ein Blick aus dem Fenster um 5:00 Uhr morgens bestätigt. Es regnet. War ja klar. Ich drehe mich noch einmal um, Doch es ist schon taghell und das lässt mich nicht mehr einschlafen. Die Nacht war ganz okay und so packe ich dann doch in aller Ruhe meinen Rucksack und beschließe, den Tag mit einem schönen Frühstück in einem Café zu beginnen. Davor checke ich noch einmal die möglichen Verbindungen nach Maribo. Bus oder Zug. Eh wurscht. Hauptsache trocken reisen.
Das Café am Marktplatz, das ich in knapp 6 Minuten erreiche, ist wirklich gemütlich. Ich bin der einzige Gast und genieße in aller Ruhe einen Kaffee, ein Orangensaft und ein leckeres Baguette mit Bacon und Ei. Das wiederum ist der Vorteil, wenn man außerhalb der Saison reist und trotz schlechtem Wetter durch hält. Man ist nicht dem Touristentrubel ausgesetzt.

Ich entscheide mich für den Zug, dort lerne ich eine sehr nette gebürtige Norwegerin kennen, denn ich brauche Hilfe beim hiesigen Automaten, dessen System ich nicht verstehe – wohlgemerkt trotz deutscher Übersetzung – die hier oft sehr merkwürdig ist.
Wir unterhalten uns während der Fahrt über dänische und deutsche Gewohnheiten, und das Essen – vor allem „Snitzel“ 😅 und den dänischen Hotdog. Sie legt mir Norwegen ans Herz. Ja, das wäre auch noch auf meiner Bucket List….
In Maribo schüttet es noch mehr. Trotzdem nutze ich die Zeit bis zum CheckIn und besuche den Park am See, den Dom und das Freilichtmuseum mit seinen alten „gamle“ Häusern aus dem 17. und 18. Jh. Da wird mir wieder einmal klar in welchem Luxus wir leben und verwöhnt wir heute sind. Das macht demütig. Und woher vielleicht der Ausdruck „vergammelt“ kommt?



Zurück noch ein Ortsbummel dann bin ich völlig durchnässt und friere. Ich gebe ein komisches Bild ab. Entgegen der Dänen laufe ich mit Mütze und mehreren Lagen samt Regencape herum. Die „Locals“ in Sandalen, Shirt und maximal einem Regenschirm. Verweichtes Bürokind eben. Aber krank werden geht gar nicht.
Ich habe nämlich zwei Nächte auf Fehmarn zugebucht. In einem Gästehaus, erstaunlich erschwinglich und in Strandnähe. Vielleicht wird’s ja noch was mit dem Strandtag. Es wäre ein schöner Abschluss meiner vom Wetter durchgeschüttelten Wanderreise durch Dänemark.
Aber erstmal ankommen in Maribo. Ich finde das DANhostel und checke nach einer kleinen Suche nach der Schlüsselbox in meine „Kabine“ ein. Ich nenne sie liebevoll Röhre. Und urgemütlich. Moderne Art eines Feriencottage, inklusive Bad, Kühlschrank und Wasserkocher. Dazu ein großes Gemeinschaftshaus, in dem man auch kochen kann.



Also wieder raus in den Regen und einkaufen. Langsam kommt der Hunger. Immerhin darf ich heute auch 10 nasse km verbuchen, trotz Zugfahrt.
Nach dem Essen, die fertige Pizza jongliere ich im Eiltempo zurück meiner Röhre, finde auf dem Fernseher YouTube und genieße meine Taumichauf-Pizza. Noch nicht einmal zurück in Deutschland und ich hole mir schon wieder Lust auf neue Weitwanderwege.
☀️, die soll es tatsächlich morgen wieder geben. 23 km stehen an bis zur Fähre nach Puttgarden und damit zurück auf deutschen Boden. Ich werde bis Freitag noch knapp 40 km dem Jakobsweg folgen, ein toller Abschluss wie ich finde! Und das bei schönstem Wetter, wenn man der App Glauben schenken darf. Also bitte Daumen drücken und …
…Buen Camino 👣

Na dann Buen Camino! Ich drücke dir die Daumen, dass du am Ende deiner Wanderung Sonne bekommst.
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