Der Weg nach Finisterre

Eigentlich war ich mit Julia zum Frühstück verabredet. In einem Café nahe des Pilgerbüros. Und da ich irgendwie diesen Camino zum Abschluss bringen musste, führte mich der Weg wider meiner Einstellung dorthin um mir die Compostela zu holen.

Aber wenn schon, dann auch meine ganz persönliche mit den von mir nach Compostela gelaufenen Kilometern.

So wurde ich dann auch darüber aufgeklärt dass mein Name hier auf lateinisch eingetragen wurde, was dann Brigischan Nicolan heißt, Kerstin hat man hier wohl aus Platzmangel dann einfach weggelassen oder es gibt keine lateinische Übersetzung 😁

Julia und ich fanden nicht zusammen, ich fand das Café im Dschungel der Altstadt einfach nicht, auch wenn ich mehrfach versuchte mich durch zu fragen. Ich wollte eigentlich auch nur dem endlosen Regen entfliehen und erwischte noch den Bus Richtung Finisterre, dort versprach der Wettergott am Abend ☀️.

In Cee, unweit von Finisterre am Meer gelegen stieg ich aus und fand eine gemütliche kleine Herberge direkt an der Bucht.

Nachdem die immer noch nasse Wäsche vom gestrigen Wolkenbruch im Trockner verstaut war, machte ich einen Rundgang über den Strand zum Ort auch zwecks Nahrungsaufnahme.

Es gab – wie zu erwarten – Tintenfisch. Das mir noch keine acht Arme wuchsen eigentlich ein Wunder 😉 🐙

Danach lag ich auf der Kaimauer, ließ mir von der Sonne das Gesicht wärmen, die geschundenen Füsse spürten den harten und warmen Fels, die Möwenlaute drängten an meine Ohren und die Wellen plätscherte leise gegen den Fels…

Das ist es! Den Moment genießen, die Zeit anhalten, alle nebensächlichen Dinge ausschalten. Leben im Hier und Jetzt.

Dieser Camino war eine harte Probe, die mir nur bewusst machen sollte, dass alles seine Zeit hat. Genau das ist es, ohne Regen keinen Regenbogen. Wertschätze auch die kleinen Dinge des Lebens!

Ich sauge jeden Sonnenstrahl in mich, nach 28 Tagen im Regen.

Für die Einheimischen ist das Alltag,

.. für mich ein großes Stück vom Glück ♥️

Es ist einfach wunderbar und morgen will ich wieder laufen, nach Finisterre, um am Abend schweigend nach Tradition der Pilger den Sonnenuntergang „am Ende der Welt“ zu erleben.

Macht ihr mit?

Hasta manana en la tarde…🌅

Ein Gedanke zu „Der Weg nach Finisterre“

  1. Sind dabei….als wir oben ankamen war der Wind so heftig das Ecki auf den Popo fiel nicht auf die Knie.liebe Grüße Irma Jürgen Ecki Barbara

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