Dünen & Sansibar

Alles fing 1974 mit einem Strandkiosk an. Heute ist die nach einem Brand 1982 neu erbaute Sansibar ein Kultrestaurant. Bis ich aber heute einen Glühwein dort genießen kann, liegen 5 km Dünenweg an der Wattseite Rantums vor mir.

Ich starte direkt nach dem Mittagessen. Eingepackt in Skiunterwäsche, Skihose und mindestens 4 Lagen inkl. Jacke sollen vor dem eisigen Südostwind schützen der mir heute eine rote Rudolph-Nase zaubert. Ganz weihnachtlich eben.

Ich finde einen guten Parkplatz am einzigen örtlichen und kleinen Supermarkt der bereits geschlossen hat und verlasse Rantum und seine schönen Reet-gedeckten Häuser.

Der Weg führt bald in eine Dünenlandschaft versetzt mit Gräsern und Heidekraut. Nur selten blinzelt ein sattes Grün von Moos dazwischen.

Ein bisschen fühle ich mich heute wie auf dem Camino. Ich denke nichts. Ich fühle die Natur, den Wind und höre die Wellen des Meeres. Ich bin allein, keine Menschenseele, die sich bei dieser Affenkälte so weit heraus traut. Leider hat uns die Sonne wieder im Stich gelassen aber irgendwie mag ich diese rauhe Natur hier.

Als die Dünen höher werden biegt ein schmaler Pfad zum Meer hin nach links ab. Er führt zum hier ganz schmalen Strand unterbrochen von einer kleinen Sandbank. Dort rastet ein Schwarm Vögel. Wie ein Ornithologe schleiche ich langsam und gebückt auf sie zu. Nun, ich bin weder Ornithologe noch Tierfotograf. Ich wurde schnell entlarvt und der Schwarm brach nach und nach auf. Sorry für die Störung!

Kurz erwähnen möchte ich noch, dass sich mein Rucksack-Gewicht inzwischen um bestimmt 2 kg vermehrt hat. Einem Stück schön geformten Treibholz kann ich einfach nicht widerstehen und ruckzuck findet es sich im Rucksack wieder. Bin gespannt wie er sich entpuppt wenn er getrocknet ist. Dazu gesellen sich unzählige Austernmuschelschalen – aber dazu später mehr.

Kurz darauf wechsele ich die Küstenseite. Sylt ist hier so schmal, dass man – wenn es keine Dünen gäbe – sicher von der Straße aus beide Meeresküsten sehen könnte.

Farbtupfer

Empfangen werde ich von einem Schild, das für den Luxus hier auf dieser Insel spricht:

Das Schild leicht ramponiert aber offensichtlich intakt, denn gerade kommt ein Shuttle, der Gäste zurück an den Parkplatz hier bringt.

Ich laufe die paar Meter gerne zu Fuß zur Strandbar und freue mich schon auf meinen Glühwein, den ich ganz alleine auf der Terrasse draußen genieße, während sich die Damen und Herren drin gemütlich bei Kerzenschein den sündhaft teuren Leckereien hingeben. Mir gehts gut. Danke.

Zurück ging es am Weststrand entlang. Eine Strapaze mit Skihose, Wind und extrem tiefen Sandstrand. Dazu kam die extrem abschüssige Flutkante , die das Laufen nur in Schräglage erlaubte. So ging es im Zick Zack, immer festeren Boden suchend, quälend langsam voran.

Warum es hier unglaublich viele Austernmuscheln gab – also Schalen – sonst hätte ich ja mein Taschengeld schlagartig aufbessern können, verwunderte mich. Die Austernbänke von Sylt liegen eigentlich im Wattenmeer vor List. Ich stopfte mir die Jackentasche voll, bis keine mehr herein ging. Essen mag ich diese – Entschuldigung – schlabbrigen, rohen, nach salzigen Meer schmeckenden Tiere nicht. Igitt.

Ich bin mir allerdings auch nicht sicher, ob das auch alles Austernschalen sind, aber ist ja auch egal. Schön sind diese Gebilde allemal.

Ich war zugegeben reichlich froh, als ich mich endlich wieder auf Höhe Rantums befand und die Dünen schnaufend überquerte.

Noch ein paar hundert Meter zum Auto und ich hatte es geschafft. 9,8 km immerhin. Es scheint die Rehabilitation hier auf Sylt trägt langsam Früchte …

Und morgen? Steht List auf dem Plan… seid gespannt! Ich bin es auch 😊

Weihnachtliche Grüße aus Sansibar (Sylt)

6 Kommentare zu „Dünen & Sansibar“

  1. Hallo Birgit🎄🥰⛄️🎅🏼❤️
    Du hast wieder ganz toll erzählt-weiter so.
    Ganz viele liebe Grüße von
    Karen & Manfred.

    Versuche nun dieses fremde dingsbums hier zu beantworten—Christina hat mir dein Blog geschickt🤗🤗

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  2. Hi Babe, vielen Dank für all die wunderschönen Sylt-Impressionen. Nun kann ich Deine Reise mitverfolgen und Sylt im Winter kennenlernen. Du schreibst ganz wunderbar und solltest Reiseführer veröffentlichen. Beneide Dich glühend um die frische Meeresluft! (ich fahre jetzt gleich in die Klinik; Besprechung mit der Strahlentherapeuten, ob und was die Strahlentherapie gebracht hat. Puh, spannend!) Auf bald, freu mich schon auf Deinen nächsten Bericht Deine Bine

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