Am Morgen verlasse ich Lagos in Richtung Bahnhof. Was soll ich sagen. Es regnet und ist nebelverhangen kühl. Das Bad im Rooftop-Pool fällt also auch aus. Die Stimmung gerade ziemlich mies. Die beiden Blasen schmerzen bei jedem Schritt. Trotz der gestern noch gekauften Ultra Compeed Pflaster. Also fahre ich mit einem Antikzug nach Albufeira.

Ich suche mir wenigstens einen Weg durch Lagos Altstadt, vorbei auch der Fischhalle, wo noch die Reste des heutigen Fanges verkauft werden.




Am Hafen reihen sich Adventurebuden auf, die heute morgen vergebens auf Kundschaft warten.


Die Zugfahrt gleicht auch einem Adventure. Quietschend und stöhnend schleppt sich der in die Jahre gekommene Zug von Ort zu Ort. Stickig, kein Fenster zum Öffnen, laut.
Ich bin heilfroh als ich nach 1,5 Stunden Fahrt in einen modernen Ortsbus umsteigen kann. Dieser bringt mich nach Albufeira Centro an die Küste zurück.
Mein Hotel, das übrigens auch schon die Jahre gekommen ist, beherbergt wenigstens meinen Rucksack bis zum CheckIn. Auf der Toilette Wechsel ich in kurze Hosen und dann ab zur Sightseeingtour durch Albufeira.
Albufeira ist voll mit Touristen, meist Engländer. Es ist schwer Ihnen aus dem Weg zu gehen und ein paar typische Momente einzufangen.





Hier gibt es links einen Fahrstuhl in die obere „Stadt“ und rechts Rolltreppen. Und… Hotelburgen soweit das Auge reicht. Leider.

Am Abend treffe ich mich ein letztes Mal mit Markus zum Dinner. Ein sehr schöner Ausklang wie ich finde (mal abgesehen von den unverschämten Preisen der Bar) .
Auf dem nächtlichen Heimweg bin ich mit mir allein am Strand. Gefühlte Stunden verbringe ich hier und da ist es wieder…. ich bin gefangen im Rhythmus der Brandung und denke …. NICHTS.
Erst als das Wasser gefährlich nah kommt nehme ich wieder meine Umgebung wahr. Wie damals….am Strand von Ribadesella (Camino Norte).

Das Ende einer langen Reise zu Fuß? In diesem Moment nehme ich Abschied. Es sollte aber noch kein Abschied sein. Das wusste ich nur noch nicht.
Melancholie schwingt schwer in der Luft auf dem Heimweg ins Hotel. Der CheckIn für den Flieger erledigt, das Busticket über ALSA nach Faro in der Tasche… äh auf dem Handy natürlich…
Am nächsten Morgen ist das Wetter wieder besser. Es klart minütlich auf. Ich gehe erstmal frühstücken. Dann packe ich langsam. Immer noch irgendwie zerknirscht.
Wer auch immer das Wunder von Albufeira bestellt hat, dem gilt mein größter Dank! Als ich meine Trekkingschuhe schon sehr vorsichtig anziehe und erste Gehversuche mache, merke ich, dass es heute viel besser ist. Die Pflaster?Die Laufpause? Ein Wunder? Kaum noch Schmerzen!
Egal, schlagartig ist der Virus wieder entfacht. Wie war das? 23 km nach Faro? Nein, dafür ist es jetzt zu spät. Aber ein Stück die Küste entlang? Das geht.
Ich fliege förmlich über den Strand (ok, ist etwas übertrieben 🤭) aber es macht richtig Laune.

Und dann darf ich wieder Sandbaden. Noch einmal ist das monumentale Gefühl des Fischerpfades zurück.
Klettereien über die Felsen und Klippen. Schauplätze gewaltiger Natur. Ich genieße jeden Schritt, ziehe die Schuhe aus und lasse meine geschundenen Füße in der Brandung baden.






Zwei Strände erwandere ich noch. Bis zu den Pedras di Picos. Dann weiß auch ich. Es reicht.


Ich liebe diese Skulpturen, sind sie doch immer Zeugnisse von Menschen, die hier waren und sie erschaffen haben. Große Dankbarkeit erfüllt mich, dass ich noch hierher laufen konnte! 🙏


Auf dem Rückweg mache ich halt in einer Strandbar, um die Zeit bis zum Aufbruch zur Busstation noch in Ruhe am Strand zu genießen.


Mein endgültiger Abschied vom Atlantik, bevor ich quer durch die Touristen-Hochburgen zur zentralen Busstation aufbrechen muss.

Mir fällt es heute sehr schwer ein Schlusswort zu finden. Ich bin noch ganz hier. Ich könnte gerade zurück laufen. Die Uhr zurück drehen. Von vorn beginnen.
Eine extrem intensive Fern-Wanderung, Begegnungen mit liebenswerten Menschen, unfassbar schöner Natur, dem simplen und doch herzlichem Leben der Einheimischen in den kleinen Dörfern, Essen, was es gerade gibt in der einzigen Bar, schlafen, wo es gerade eine Möglichkeit gibt, alleine unterwegs sein und doch ein Zusammen mit den Wanderern spüren, Vertrauen zu wildfremden Menschen, ohne ein Wort verstehen…..es sind so viele kleine Dinge, die so einen Trail aus- und unvergesslich machen!
Danke allen, die mich hier begleitet haben! Die ich auf dem Trail umarmen durfte und Danke für eure Kommentare, Wünsche und Feedbacks!
Wie sagte schon Paulchen Panther: „ Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder – keine Frage“
Adeus, Adios, Bye bye, tschüss und Servus, ich bin dann mal weg….
👣👣👣