Die Anreise nach Padborg verlief trotz brechend voller Züge – es war ja Feiertag – und Sparpreisticket erstaunlich reibungslos. Allein die Strecke Darmstadt-Frankfurt begleiteten mich Nena, Roland Kaiser, Micky Krause & Co. zusammen mit einer illustren Junggesellenabschiedsgesellschaft auf dem Weg nach Hamburg.
Ich hatte im Folgezug das Ruheabteil gebucht. Gut so. In Hamburg noch mal kurz Verwirrung, die wartende Menschenmenge setzt sich plötzlich in Bewegung Richtung Treppe. Wer der Ansage gelauscht hat – dazu gehörte ich offenbar nicht – erfährt zwei Minuten vor Einfahrt des Zuges vom Gleiswechsel. Yoa. Dann mal hinterher. Glücklich kam ich in Padborg an, schlug einen Bogen über den hiesigen Geldautomat um mich mit dänischen Kronen zu versorgen, und checkte wenig später in meiner ersten Unterkunft dem Hotel Frøslev Kro ein. Es gab ein kostenfreies Zimmer-Upgrade und ein 4-Gänge Menu, ups. Aber hey ein guter Start motiviert und hab ich mir verdient ! https://hotelfroslevkro.dk/
Hej Danmark 🙂
In der Nacht entleert sich der Himmel, es dröhnt auf dem Dach meines modernen Zimmers, gelegen in einem ehemaligen Stall. Ich schlief entsprechend schlecht, nicht mal die Oropax konnten den Lärm richtig dämpfen. Ein gutes Frühstück entschädigt und los gehts. Es regnet nicht mehr. Wie auch. Der Himmel ist leer.
Zuerst aus Padborg heraus durch Wälder und Wiesen. Rauf und runter, aber keine großen Höhenmeter. Alpinisten mal weghören…ich schnaufe trotzdem unter dem Gewicht meines Backpacks, der mit 7kg heute leicht übergewichtig ist. Die Trainingspause durch meinen „Zusammenstoß“ mit meinem e-Bike rächt sich.
Ich bin mutterseelenallein. Kein Mensch weit und breit. Nur ich. Die Stille wird nur untermalt von Vogelgezwitscher, dem Knirschen des Weges unter meinen Schuhen und dem rhythmischen Tik-Tok meiner Wanderstöcke. Herrlich. Und herrlich ist auch der Kollunder Wald durch den ich in Richtung Meer wandere.


Und darauf habe ich schon gewartet: ich kreuze einen Jakobsweg. Schlappe 3250 km bis Santiago. Buen Camino!

Und dann der erste Shelter. Nein, ich habe nicht darin geschlafen, aber eine Liegeprobe muss sein. Ganz schön niedrig diese Shelter. Fühlt sich sehr beengt an. Aber witterungsgeschützt und mit herrlichem Ausblick auf das Wasser beim Aufwachen!

Genau. Ich habe die Ostsee erreicht. Also die Flensburger Förde. Das Wetter leider trübe mit Sprühregen. Ich mache trotzdem Rast und lausche den Plätschern der kleinen Wellen. Ansonsten kann man hier heute nur im Trüben fischen.
Nun begegnen mir auch andere Tageswanderer, Radler und auch einige junge Hiker, die sich gerade im nächsten Shelter zum Aufbruch rüsten.
Auf einem Weg – die im übrigen heute extrem matschig und rutschig sind – entdecke ich einen alten abgesägten? Eisenstab mit einer Kronenplakette. Das muss ich noch herausbekommen, was das wohl einmal war.

Nach guten 15 km erreiche ich heute mein erstes Etappenziel. Sonderhav. Bei Annies Kiosk gibt den gleichnamigen Burger dann flugs um die Ecke zu meiner AirBnB Unterkunft. Regen treibt mich am Abend wieder zurück, aus dem chilligen Abend am Meer wird nix.
Morgen. Morgen soll es schöner werden. Dann geht es weiter nach Brunsnaes.
Godnat!
Schöner Bericht! War gerade auf dem Fördesteig wandern, das ist das deutsche Pendant zum Gendarmenstieg. Wunderschön! Mit dem Wetter hatte ich noch sehr viel Glück, den Regenschirm habe ich ungeöffnet zurück gebracht. Bin gespannt, wie es bei dir weiterging und freue mich auf deine Berichte. Meine eigenen kommen natürlich auch noch.
Weil Reisen bildet, bin ich aber sicher, dass du an der Flensburger und nicht an der Lübecker Förde gelaufen bist.
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Hallöchen Lieben Dank für die Korrektur und das Feedback bei der trüben Sicht kann man auch durcheinander kommen 😂 freu mich auf Deine Berichte!
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viel Spaß, innere Ruhe und genieße die schöne Gegend. Liebe Grüße
Jörg
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Danke lieber Jörg, ich geb mein Bestes ☺️
Birgit Nikole Stauch
Franz-Best-Weg 23 64297 Darmstadt Mobil 01775899087 https://naturlichich.com
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