Via Francigena – my way to Rome

2026 – ein Jahr vollgepackt mit Veränderungen. Veränderungen in jeder Hinsicht. Gesundheitlich, beruflich und damit auch irgenwie ganz privat.

Eigentlich hatte ich vor, mich auf den klassischen Camino Frances nach Santiago de Compostela zu begeben, wenn ich in die – wie heißt es so schön – „wohlverdiente“ passive Phase meiner Altersteilzeit entlassen werde. Auf meiner Startseite schrieb ich einst „….den Rucksack für eine ganz lange Zeit zu packen“.

Eigentlich. Dazwischen kam im letzten Sommer aber leider eine Diagnose, die mir kurz die Luft zu Atmen genommen hat. „Nicht lebensbedrohlich…“ daran hatte ich mich festgehalten. Ich habe bisher alle Therapien überstanden und freue mich nun auf meine neu gewonnene „ME-Time“, tun und lassen zu können, wonach es mir ist. Raus, Weg, Durchatmen, keine Kompromisse, keine Planungen, zeitlos, auf das Wichtigste reduziert, mit mir selbst, neugierig auf die Welt da draussen sein….Kurz gesagt:

Unterwegs sein.

Die Jakobswege in Spanien allerdings sind inzwischen extrem überlaufen. Man schrieb 2025 eine Rekordzahl von über 530.000 registrierten Pilger in Santiago de Compostela. Massentourismus in Wanderstiefeln? Wettlauf um einen Schlafplatz in einer der Herbergen oder doch wieder vorbuchen, um dann am Ende an der Kathedrale im lauten Tourismus-Feiertrubel verzweifelt Ruhe und Reflektion zu finden? Puuuh. Nein Danke. DAS ist nicht das, was ich mit einer Pilger-Wanderreise verbinde.

Ich suchte weiter, hatte schon den Franziskusweg in Italien im Auge, fand dann aber bei weiteren Recherchen den wieder entdeckten historischen Pilgerweg von Canterbury nach Rom, die „Via Francigena“. (Quelle: https://via-francigena.com/)

In meinem nun doch fortgeschrittenen Alter will es ich es aber nicht übertreiben – eine Alpenüberquerung schließe ich aus gesundheitlichen Gründen aus – und habe mich daher nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, das Städtchen Aosta im Norden Italiens als Startpunkt zu wählen. Immerhin verbleiben mir ab hier noch knapp 1.000 km zu Fuss durch wunderschöne Landschaften Italiens bis in die „ewige Stadt“ Rom.
Wie gesagt, wir wollen es ja nicht übertreiben…

Nun stecke ich mitten in den Vorbereitungen in der Hoffnung, dass ich meinen Wander- und Pilgerblog mit Beginn des Frühlings um diese abenteuerliche Reise auch zur mir selbst bereichern kann.

The way to Rome

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Bis ganz bald, wenn es endlich wieder heißt:
Birgit läuft…

Signal Hill

Heute am Rückflugtag haben wir fest den Tafelberg im Visier. Sitzen beim Frühstück und planen die Logistik des letzten Tages in Kapstadt. Wir buchen die Tickets vorab online, dann wollen wir mit einem UBER zum Tafelberg. Auf dem Rückweg lassen wir uns am traditionellen Green Market absetzen. 15:30 zurück im Hotel. 16:00 Pickup der Crew zum Airport. So der Plan. Gegen Mittag soll es recht windig werden….und wie oft kommt es ganz anders!

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Rashid, Aquila Game Drive & Winery

Diese Tage sind so vollgepackt mit Eindrücken, Emotionen, Gesprächen und Begegnungen, dass ich kaum in den Schlaf finde. Da wir eh die meiste Zeit unseres Lebens verschlafen akzeptiere ich einfach meinen heutigen müden Zustand nachdem uns die Weckrufe unserer Handys ab 05:30 h ans Aufstehen erinnern.

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Tag 12 Maribo statt Küstencamping

Wie gut meine gestrige Entscheidung war, zeigt sich heute. Ein Blick aus dem Fenster um 5:00 Uhr morgens bestätigt. Es regnet. War ja klar. Ich drehe mich noch einmal um, Doch es ist schon taghell und das lässt mich nicht mehr einschlafen. Die Nacht war ganz okay und so packe ich dann doch in aller Ruhe meinen Rucksack und beschließe, den Tag mit einem schönen Frühstück in einem Café zu beginnen. Davor checke ich noch einmal die möglichen Verbindungen nach Maribo. Bus oder Zug. Eh wurscht. Hauptsache trocken reisen.

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Tag 10 Off-Tag wider Willen

Der Tag startet mit – wie soll es anders sein – Regen! Ich lote meine Möglichkeiten für den heutigen Tag aus. Bei Dauerregen bin ich nicht wirklich gewillt, 24 km zu wandern. Ich werde die Strecke über den Fjord, der bis auf die kleine Kommune Siø rein aus einer doppelspurigrn Straße mit Seitenstreifen für Radfahrer und Fußgänger besteht, mit dem Bus queren.

Also habe ich noch in Ruhe Zeit einen Kaffee zu nehmen, meine wenigen Habseligkeiten im Rucksack zu sortieren, Fuß tapen und was zur Vorbereitung des Tages so anfällt. Die Regenmontur bleibt heute natürlich griffbereit, der Rucksack gleich in ein neonfarbenes Mützchen verpackt.

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Tag 9 Tåsinge

In Troense ist Flohmarkt. Das ganze Dorf ist auf den Beinen. Vor fast jedem Haus wird Hab und Gut angeboten. sogar ich finde etwas, das ich nicht mitschleppen muss: einen herrlich kalten Eistee und ein bisschen selbst gemachtes Popcorn. Aber in Troense startete heute nicht meine Tour. Also noch einmal von vorn.

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Tag 8 Südfünen – vom Winde verweht

Mein AirBnB war sehr schön, doch geschlafen habe ich kaum. Das Schlafsofa mit Toppern viel zu weich und draußen tobte der Wind und es regnete unaufhörlich. Da galten die Gedanken der kommenden Etappe.

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Tag 6 Der Alstien

In der Nacht haben mich die Gedanken um die Entscheidung umgetrieben. Als um 7:00 Uhr die Sonne durchs Fenster blinzelt und beide Wetter Apps einen halbwegs trockenen Tag versprechen (wider aller Prognosen) hatte ich eigentlich schon meine Entscheidung getroffen , ich bleibe. Apropos, manche sagen Wetter Apps sind blöde, stimmt. Sie treiben einen auf dazu Entscheidungen zu treffen, die noch gar nicht getroffen werden müssen, ziehen einen runter und können einem so richtig die Stimmung vermiesen. Ich habe diese Reise so lange geplant. Ich werde sie machen egal ob es regnet oder stürmt. Es wird immer eine Alternative geben.

Voll motiviert packe ich meinen Rucksack. Gehe nach unten ins Gasthaus. Bekomme ein wunderbares Frühstück. Die Sonne lacht noch immer und ich setze meinen Weg fort.

Der Weg des Alstien wie er nun heißt, führt erst einmal an dem Campingplatz vorbei zu dem die drei Wandergesellen von gestern Abend aufgebrochen sind. Weiter geht es hinunter zur Küste. Hier schier endlose Kilometer immer am Strand entlang auf einem kleinen winzigen Deich.

Die Sonne versteckt sich zwar immer mehr hinter Wolken, aber es bleibt trocken. Das ASS im Ärmel: ab Mommark Strand soll ein Bus fahren, nach Fynshav, Mein heutiges Etappenziel.

Mommark Strand und den kleinen Hafen erreiche ich auch nach ungefähr 12 km und gönne mir einen Aperol Spritz.

Ich beschließe weiter zu laufen. Der Weg führt nun im Zickzack durch Felder, Wälder, Wiesen und kleine Siedlungen. Leider größtenteils auf Asphalt, das merken meine Füße sehr schnell. Immer wieder aber geht’s hinunter an den Strand und leider auch hier immer wieder Steine balancieren und durch tiefen Sand wackeln. Oft ist der Weg von umgestürzten Buschwerk bis zur Wasserkante versperrt.

Steht da ein Badehaus? und offen ist auch noch! Perfekt zum Regenschutz rauskramen.

Vorher aber, ich vergaß beinahe, stehen auf einer Weide eine Stute mit ihrem Fohlen. So ein hübsches Fohlen, dass ich einfach nicht aus den Augen lassen kann und dann passiert es. Ich verpasse den Abzweig und lande auf einem Privat Hof. ich begehe einen schweren Fehler und suche eine Abkürzung. Das geht gründlich schief. Mir bleibt nur, mich 1,5 km durch ein Weizenfeld zu schlagen. Verzweifelt suche ich eine Spur eines Traktors, der das Laufen über den holprigen Feldboden einfacher macht und hoffe inständig, dass mich keiner dabei beobachtet wie ich durch das Feld pflüge.

Geschafft. Ich hab den Weg wieder gefunden und auch den Abzweig, den ich verpasst hatte. 1,5 km Umweg für nichts. Egal, nicht darüber nachdenken und weiter.

In strömenden Regen laufe ich mit meinem blauen RegenCape wie ein Blaukäppchen erst durch ungeschützte Wiesen, dann endlich durch Wald, der ein wenig Schutz bietet. Dort stoße ich auch auf alte Bauerngräber, sehr alte. Wirklich interessant! Sie sind einen Rundgang wert.

Gefühlt habe ich noch 10 km vor mir und wieder im Zickzack hoch und runter durch Tratschnasse Wiesen, Asphalt, Straßen und gefühlt verlassene Häuser. Ich treffe keine Menschen Seele. Und bitte bloß nicht nachschauen wie weit es noch ist. Langsam führe ich Selbstgespräche- eine Playlist habe ich immer noch nicht …

Und dann sehe ich in der Ferne endlich schon die Fähre, die auf den Anleger zusteuert. Ich muss kurz vorm Ziel sein. Motiviert, Schritt für Schritt stapfe ich weiter am Fähranleger vorbei noch durch einen kleinen Wald und dann stehe ich glücklich und erschöpft auf dem Campingplatz Naldmose. Ich gebe zu das war heute mit 28 km und dazu Regen eine echte Herausforderung.

Ich schlurfe – anders kann man es nicht mehr nennen – inzwischen wieder vom Wind trocken gepustet in die Rezeption. Der Besitzer Stefan schaut mich an und ich sage nur: ich bin Birgit und ziemlich fertig! Und er: witzig gerade habe ich mich gefragt, ob du noch kommst.

Er kann meine Gedanken lesen …. zuerst zeige ich dir deine Hütte. Dort hinten kannst du dann heiß duschen und wenn du magst, gibt es heute Flammkuchen und ein Glas Wein. Komm einfach vorbei. Welch ein Volltreffer! Überhaupt er ist supernett und der Campingplatz ist ein Fundstück!

Also richte ich mich in meiner Hütte ein, gehe lange und heiß duschen und habe einen richtig netten Abend in seinem winzigen Bistrobereich bei Flammkuchen, einem Glas Wein und netten Campern aus Köln, mit denen ich mich lange über das Reisen unterhalte.

Ein Rundgang noch am Strand – sogar die Sonne ließ sich noch mal blicken – und dann mache ich es mir in meiner Hütte gemütlich. Ein gelungener Abschluss eines anstrengenden Wandertages.

Morgen, ja morgen setze ich mit der Fähre auf Fyn über und setze damit meine Wanderung fort. Es kommt was kommt. Ich lasse mich darauf ein.

Adé Wetter-App ….Welcome Fyn!

Tag 5 Ende Gut – alles gut ?

Ich habe ihn gerockt – den Gendarmstien. Zugegeben keine große Herausforderung, flache Wege, einigermaßen gutes Wetter und gute Unterkünfte. Ein sehr schöner und abwechslungsreicher Wanderweg.

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Tag 4 Genusstag in Sonderborg

Bei Sturm und Kälte bin ich erst spät eingeschlafen inklusive aller Klamotten und Mütze. Mein ultraleichter Sommerschlafsack hält dank Daunen laut Hersteller bis 12 Grad Celsius warm. Es waren definitiv weniger! Eingemummelt hoffte ich zumindest auf Windstille. Es Pfiff der Wind durch die Ritzen und die Zeltplanen bäumten sich auf.

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Tag 3 Die StrandundSand Etappe

Was soll ich sagen, ich kann Malenes Bed&Breakfast aufs wärmste empfehlen und das tue ich hiermit auch. Wann immer ihr in Brunsnæs Halt machen wollt, Malene ist einfach mit dem Herzen bei euch. Ihr findet Malene Gamdrup auf Airbnb oder schreibt ihr: magala@live.dk.

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Tag 1 – Ankommen

Die Anreise nach Padborg verlief trotz brechend voller Züge – es war ja Feiertag – und Sparpreisticket erstaunlich reibungslos. Allein die Strecke Darmstadt-Frankfurt begleiteten mich Nena, Roland Kaiser, Micky Krause & Co. zusammen mit einer illustren Junggesellenabschiedsgesellschaft auf dem Weg nach Hamburg.

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