Grenzüberschreitung unter Strom

Zum krönenden Abschluss der Filzmoos-Woche geht es heute in die benachbarte Ramsau in der Steiermark. Die Wanderstiefel stehen bereits zum Lüften, heute bekommen wir Unterstützung mit e-Bikes die wir im hiesigen Sportgeschäft mieten.

Zum Glück gibt’s für mich ein Mountainbike mit Tiefeinsteiger und großem Akku denn mir schwant ich werde diesen brauchen, hoffentlich aber ohne Zwischenladung. Wir werden sehen.

Von Filzmoos aus geht es ein Stück die Landstraße entlang um bald in den Wald abzubiegen. Immer weiter nach oben schrauben wir uns auf die Höhe und immer in Richtung Ramsau und die Dachsteinregion. Schotterwege, schmale, sehr schmale Fahrrinnen durch Weiden und wie aus dem Nichts auftauchende verwurzelte Steigungen fordern mein Bikergeschick enorm heraus. So bleibe ich auch an einer Wurzel hängen und kann gerade noch ein „Stopp“ herauspressen bevor ich vom Bike springe. Aber Glück gehabt. Es ist nichts weiter passiert und die Fahrt kann ungehemmt fortgesetzt werden. Ungehemmt? Naja, mulmig ist mir schon. Viel Erfahrung im Gelände habe ich noch nicht.

Bald aber erreichen wir Ramsau und weiter geht es scharf links hinauf zum ersten Boxenstopp an der Brandalm. Hier wird aber nur gestempelt. Wir haben noch einiges vor. Ein Abstecher zur Talstation der Dachsteinbahn ist aber trotzdem drin. Wusstet ihr, dass man auf der Gondel mitfahren kann? Richtig gelesen: auf dem Gondeldach!

Freiluft-Feeling auf dem Gondelbalkon https://www.derdachstein.at/de/dachstein-gletscherwelt/Attraktionen/panoramagondel

Hier an der Talstation stößt Murmeli zu mir, der mich ab sofort als Wandermaskottchen im Rucksack begleiten darf. Ich habe ihn aus einem Touristenshop frei gekauft 🤗

Mit einer rasanten Fahrt auf der Asphaltstraße geht es ein paar Kurven abwärts und scharf links wieder hoch zur nächsten Alm. Scharf links! UPS. Hat nicht geklappt. (den winkenden Matthias habe ich irgendwie ignoriert- sorry dafür) Also noch mal Anlauf nehmen und von vorn.

Im zweiten Anlauf klappts und auch ich erreiche kurz darauf die Walcher Almhütte.

Hier wird gekäst. Neben einem Stück Bergkäse für die Daheimgebliebenen ergötzen wir uns an Vesperplatte, Kaiserschmarrn und Germknödel. Gerade so als hätten wir seit Tagen nichts zu Essen bekommen…

Gut gestärkt geht’s wieder in die Sättel. Und – na klar zur nächsten Hütte. Apropos, die silberne Wandernadel hatte ich bereits gestern errungen 🎉

Die nächste Etappe geht wortwörtlich über Stock und Stein, mitten durch einen Gebirgsbach und wieder hinauf. Downhill über einen kleinen Pfad einer Almwiese und wer den Mumm hat über eine schmale spitz zulaufende Holzbrücke. Ich steige lieber ab. Sicher ist sicher.

Eine sehr steile Straße führt uns zur nächsten Alm, die von drei Mädels betrieben wird. die Bachl-Alm. Es ist brüllend heiß, wir erkämpfen uns einen Tisch unter Sonnenschirmen mit direktem Blick auf den Dachstein und – leider den Generator im Ohr. Egal. Ist halt so.

Stempel für den Wanderpass nicht vergessen und zurück auf der Straße in langen schnellen Kurven hinab ins Tal. Sogar ich finde inzwischen Spaß an der Geschwindigkeit, fühle mich mit dem Mountainbike sicher und kann garnicht genug bekommen. Da fällt die Entscheidung nicht schwer nochmal wieder mit den Jungs rauf zur Rettensteinhütte. Die Auffahrt verlangt mir noch einmal alles ab aber ich muss da rauf – und – geschafft. Langsam aber stetig strampelnd werde ich mit einem eiskalten Spritzer (Weinschorle) belohnt.

Die nun wirklich letzte Abfahrt zurück nach Filzmoos genieße ich in vollen Zügen und komme auch nur wenig später als die Jungs am Sportgeschäft an. Eine Mega Tour. Ca 40 km haben wir hinter uns!

Und – wir haben uns hungrig geradelt fürs heutige Bauernbuffet. Bei diesen Bildern braucht es keine Wort mehr …

Den krönenden Abschluss zum Abschied ist das hiesige Platzkonzert der Trachtenmusikkapelle Filzmoos, die traditionell jeden Freitag bei gutem Wetter auf dem Marktplatz aufspielt. Weltbekannt von Moskau bis Nordamerika. Holla!

Und wie es sich gehört, stoßen wir mit einer Marille auf eine sehr schöne Woche an!

Sponsored by Matthias

Ich danke den „Wandervögeln“ dass ich dabei sein durfte und wünsche den Jungs weiterhin viele erlebnisreiche und sportliche Stunden wo immer sie wandern oder radeln werden!

Ich selbst habe diese Zeit hier und die vielen – auch sehr anstrengenden – Stunden in den Bergen sehr genossen und wieder ein bisschen mehr Vertrauen in mich selbst gefunden.

„Naturlichich“ einmal anders…eine kleine Genuss-Reise in die Berge geht zu Ende…morgen geht es nach Hause aber nur um neue Pläne zu schmieden.

Rom rückt wieder ein bisschen näher, ich werde dran bleiben und auch wenn der Zahn der Zeit an mir nagt, den Rucksack stelle ich lange noch nicht in die Ecke! Die Bucketlist ist noch lang, es warten noch viele Abenteuer auf mich!

Servus, Pfiat euch, Baba und tschüss, eure Peregrina Birgit

Hinterlasse einen Kommentar