Der Almi und Berge soweit das Auge reicht

Nachtrag: zum gestrigen Dinner haderte ich erstmals mit meiner Entscheidung, Fisch zu nehmen. Lag es daran nicht zu wissen was ein „steirisches Brathendl“ ist? Vermutlich. Die Forelle war sehr schmackhaft, doch übersichtlich, das Brathendl hingegen strahlte einen förmlich an in seinem knusprigen Mäntelchen….und nein es war kein halbes Grillhendl, wie ich zu wissen glaubte… naja, wieder mal etwas dazu gelernt.

Den Abend verbrachten wir in gewohnter Weise „ in der Mütze“ wo auch wieder einmal der „Stundenplan“ für heute entstand. Ich halte mich als „Gastvogel“ – auch wie gewohnt zurück – und genieße einmal mehr mich nicht bewaffnet mit dem Smartphone und den notwendigen Apps wie Wettergott, Google Maps, Komoot, Reiseführer o.ä. auseinandersetzen zu müssen. Danke!

Almi. Eine fahrbare Almhütte, die täglich zwischen der Aualm und Filzmoos pendelt und das kostenlos im Besitz der „richtigen“ Gästekarte.

Ruckzuck sind von Theresa 7 Plätze für Almi am heutigen Morgen gebucht. Der Tag verspricht sonnig zu werden, also tschüss Wolken, die gerade zu früher Stunde noch tief in den Tälern vom gestrigen Regenguss hängen.

Punkt neun heißt es einsteigen in den Almi und los geht’s in Richting Aualm. Dort angekommen werden fehlende Stempel eingesammelt. Dann führt uns bei sensationellem Wanderwetter ein Almweg stetig bergauf zu unserem ersten Etappenziel. Uns „begleiten Kühe und hier frei lebende Pferde.

Die Sulzkaralm erreichen wir bereits nach einer knappen Stunde. Neben dem obligatorischen Stempel ist eine Erfrischung in Form von „Holler-Soda“ oder „Holler-Leitung“ fällig.

Die nächste „Mahdalm“, die wir in der nächsten halben Stunde erreichen hat Ruhetag, eine kleine Aussicht aus dem Plumsklo ist aber allemal drin 😉

Weiter geht’s zur Losegalm, wo eine etwas längere Mittagspause drin ist. Doch die noch bevorstehende Wegstrecke drängt zum Aufbruch.

Von dort weiter führt der Weg steil erst über einen Schotterpfad dann über eine Almwiese. Schritt für Schritt langsam geht es für mich nach oben. Nicht nachdenken. Meditativ einfach immer weiter nach oben, und wie immer werden solche Anstrengungen mit einem phantastischen Panorama belohnt. Glück und ein unglaubliches Freiheitsgefühl breitet sich aus. Geschafft, in hohem freudigen Bogen fliegen meine Wanderstöcke (auch so eine blöde Angewohnheit) Die Anspannung löst sich schlagartig. Vergessen die Mühen und Anstrengungen des Aufstieges. Einfach nur – sorry – ein geiles Gefühl! Die heute bestimmt anstrengendste Etappe.

Den Grat zurück in das Tal zurück zur Aualm überschreiten wir auf einem sehr wurzeligen und steinigen Pfad durch niedrigen Wuchs und immer wieder tollen Aussichten. Kühe blockieren den Weg. Und das ist wohl auch ihr Lieblingsplatz denn der Pfad unterhalb ist bereits ausgetreten. Er schlängelt sich mit sehr wenigen Höhenmetern unterhalb des Bergmassivs entlang. Traumhaft schön, genau meins. Am Abzweig dann runter zur Aualm trennt sich die Gruppe. Die einen steigen zur Aualm ab um mit dem Almi wieder zurück ins Tal zu fahren.

Ich entschließe mich zögernd mit meinem Bruder und den beiden Mat(t)hias noch den kurzen Aufstieg zur Hofpürgelhütte mitzunehmen und von dort zu den Hofalmen und Wanderbus abzusteigen. Der Aufstieg mag er noch so kurz sein verlangt mir noch einmal alle Reserven ab. Nach einer kurzen Erfrischung – auch hier ist Wasser kostbar und knapp – den Stempel noch holen geht es auch für uns hinab ins Tal.

Fotos gibt es hier keine. Von der angesagten Stunde für den Abstieg benötigen wir 35 Minuten. Unwegsam, steinig und kurvig spult sich der „Wastl-Lackner-Steig „ ins Tal. Für mich gefühlt ein Trailrunning-Abstieg, keine Zeit für Fotoshootings, die letzten Meter sind hart aber ein gutes Gefühl trittsicher hier den Abstieg gemeistert zu haben. Ich bin mir auch sicher dass ich diesen Pfad nicht aufsteigen möchte auch wenn diese Option manchmal die bessere ist. Lasst mich kurz überlegen…Nein.

Den Bus erreichen wir bei diesem Tempo spielend und so geht wieder ein toller Wandertag zu Ende.

Fazit heute: 4 Stunden reine Gehzeit, knapp 14 km und 671 Höhenmeter sagt die Statistik.

Unbezahlbar die Aussichten, Panoramen und Emotionen die angesichts der Wechselbäder von Gefühlen hochkommen. Ich – eigentlich „Strandläufer“ – bin mit Sicherheit nicht das letzte Mal in den Bergen unterwegs. Der Lechweg steht schon lange auf meiner Bucket-List….

Wie immer wird beim Abendessen geschlemmt,

der Barausklang allerdings für mich heute in verkürzter Form denn morgen gehts nochmal hoch hinauf …

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