Ein perfekter Tag….

…. zum wandern. Der gestrige erste Abend und das Kennenlernen meiner Wandergruppe neben meinem Bruder und Neffen war – ich sage mal was den Alkohol an der Bar anging – von meiner Seite verhalten. Zu ungewiss was auf mich heute zukommt.

Der Morgen weckt mich ultrafrüh mit der Sonne, die hinter den Bergen den Himmel erklimmt. Die Nacht war unruhig, den plätschernden Ortsbrunnen musste ich durch das Schließen der Fenster zur Ruhe zwingen. Dachte ich. Es stellt sich allerdings heraus dass es nicht der hiesige Brunnen war sondern das Fischbecken am Eingang, in dem sich – und ich glaube das gibt es nur noch hier – die Fische fürs Dinner tummeln, autsch. Sonst war es ruhig im Hause Hannes Hof, im übrigen einen Tipp wert, das Essen hervorragend, die Familie ultranett und die Zimmer tipptopp! Man fühlt sich sofort zuhause! https://www.hanneshof-resort.com/

Eigentlich sammle ich keine Fotozeugnisse meiner kulinarischen Erfahrungen, aber da es bei dieser Tour um „Genuss“ geht…. ein Nachschlag beim Abendessen für die Jungs war selbstredend inklusive .

Punkt acht stürmen wir – schon wieder hungrig (ich zumindest) das reichhaltige Frühstücksbuffet. Stärkung ist angesagt. Rund 13 km warm-up stehen auf dem Plan. Wie gut dass ich da noch nicht weiß wieviel es tatsächlich werden!

Also los geht’s ….

Genuss pur! Ein wunderschöner Pfad führt uns erst durch ein Waldstück dann über saftig grüne Wiesen zu unserem ersten Etappenziel der Oberhofalm. Nach 1: 20 h und 5,5 km gibt es die erste Erfrischung; Holla-Soda, LECKER!

Nach einer kurzen Rast geht es weiter in Richtung Au-Alm. Erste Herausforderung: ein kurzes Stück Jägerpfad der sich durch den Wald nach oben schraubt.

Der Wald riecht intensiv nach Fichtennnadeln. Wir ertappen zwei Schwammerl-Sucher mit ihrer Ausbeute. Da läuft einem glatt das Wasser im Mund zusammen! Psssst! Natürlich hüten wir das Geheimnis der Fundstelle!

Die letzten Kilometer schlängelt sich ein breiter Kiesweg den Berg hinauf, die Bischofsmütze immer fest im Blick. Der gut begehbare Weg zieht sich trotz der mäßigen Steigung elend in die Länge. Die Aussicht ist phänomenal sogar die Kühe haben sich einen Aussichtsplatz ergattert, sozusagen in Pole Position.

Nach nun ca 10 km erreichen wir die Aualm unterhalb der Bischofsmütze. Einem fluffigen Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren kann ich hier wirklich nicht widerstehen.

Und weils rauf so schön war, gehts von dort wieder runter um auf halbem Weg auf dem Jägerpfad die nächste Anhöhe zu erklimmen. Vorher aber warnt uns ein lauter Pfeifton zum Stillstand. Meine Augen tasten den Himmel nach einem Greifvogel ab. Doch der Ruf galt uns! Als Warnung einer Murmeltierfamilie. Wahnsinn. So nah!

Der Wald später gleicht einem Märchenwald. Blaubeersträucher soweit das Auge reicht, die Lücken füllen saftige Moose und Farne. Langsam steigen wir hinauf, das Ziel ist nun die „schwarze Lacke“ übersetzt ein „schwarzer Tümpel“. Sagen umwoben und irgendwie mystisch. Bretter führen über mooriges Terrain, die Wege hier zu verlassen würde ich mir überlegen…

Wolken spiegeln sich im Wasser, unzählige Libellen tanzen um die Ufer. Ein unglaublich schöner Ort zum Träumen.

Aber wir haben ein weiteres Etappenziel. 30 Minuten weiter stoßen wir auf die Kleinberg Alm zur nächsten chilligen Auszeit bei überbackenem Hausbrot für diejenigen, die immer noch nicht satt sind.

Von hier geht es nun nur noch bergab zurück zur Basis in Filzmoos. Das allerdings kann auch belastend sein, wie sich schnell herausstellt. Steil, erst Schotter, dann Asphalt – stop, hier hilft auch mal rückwärts laufen – und noch ein kleiner herausfordernder schmaler Waldpfad.

Um 17:30 h erreichen wir voll ausgepowert (ich zumindest – mein Bruder nimmt die letzten Meter abwärts im Laufschritt) nach knapp 19 km und insgesamt 700 Höhenmetern unser Hotel.

Ich finde, diese Leistung für den Einstieg einer sehr gemischten Wandergruppe schon sehr beachtlich. Ja richtig, da schwingt bei mir für meinen aktuellen Fitnesslevel ein bisschen Stolz mit.

Deshalb habe ich mir jetzt eine lange Dusche und den nächsten Gaumenschmaus am Abend verdient:

Damit sage ich Servus und bis morgen 🥾🥾

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